Die Systemtheorie versteht Gesellschaft nicht als Zusammenschluss von Individuen, sondern als ein eigenständiges System von Kommunikation. Nicht Handlungen, nicht Akteure und nicht Institutionen bilden die primäre Analyseeinheit – sondern Kommunikation als selbstreferenzieller Prozess. Mit dieser Verschiebung löst sich die Systemtheorie sowohl von handlungstheoretischen als auch von normativ-integrativen Ansätzen. Gesellschaft wird
Autopoiesis
Niklas Luhmann – Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie (1984)
Mit Soziale Systeme legt Niklas Luhmann 1984 den theoretischen Grundstein für sein umfangreiches Werk zur Gesellschaftstheorie. Das Buch markiert den Übergang von einer handlungstheoretisch inspirierten Systemtheorie hin zu einer autopoietischen Theorie sozialer Systeme, die Kommunikation ins Zentrum rückt. Luhmanns Theorie zählt zu den komplexesten, aber auch einflussreichsten Entwürfen moderner Soziologie