Was ist ein Exposé und wozu dient es?
Ein Exposé (auch Exposee oder im Englischen Proposal) ist ein kurzer, strukturierter Projektplan für eine wissenschaftliche Arbeit. Es beschreibt ein geplantes Forschungsvorhaben und dient dazu, die Fragestellung, den theoretischen Zugang und das methodische Vorgehen nachvollziehbar darzustellen.
In vielen Studiengängen ist ein Exposé Voraussetzung für die Anmeldung einer Bachelor- oder Masterarbeit. Auch in der wissenschaftlichen Praxis wird es verwendet, etwa bei der Beantragung von Forschungsprojekten oder Drittmitteln.
Ein Exposé erfüllt dabei zwei zentrale Funktionen:
- Kommunikationsfunktion: Betreuende können einschätzen, ob das Thema sinnvoll gewählt ist, die Fragestellung tragfähig ist und ein geeigneter methodischer Zugang gewählt wurde.
- Orientierungsfunktion: Für die Verfasserin oder den Verfasser dient das Exposé als Leitfaden für die eigene Arbeit und hilft, den roten Faden während des Schreibprozesses zu behalten.
Ein gut ausgearbeitetes Exposé ist daher nicht nur eine formale Voraussetzung, sondern ein wichtiger Schritt im wissenschaftlichen Arbeitsprozess.
Wie lang ist ein Exposé?
Ein Exposé ist in der Regel kurz und prägnant. In den meisten Studiengängen umfasst es etwa ein bis drei Seiten.
Trotz dieses geringen Umfangs sollte der Aufwand nicht unterschätzt werden: Ein Exposé ist ein dichter wissenschaftlicher Text, der zentrale Informationen zum Thema, zum Forschungsstand und zum geplanten Vorgehen bündelt.
Grundsätzlich gelten bereits hier die gleichen Anforderungen wie für die spätere Arbeit:
- korrekte Zitation
- klare wissenschaftliche Sprache
- nachvollziehbare Argumentation
Aufbau eines Exposés
Auch wenn sich die konkreten Vorgaben je nach Hochschule unterscheiden können, folgt ein Exposé meist einer ähnlichen StrukturStruktur bezeichnet das relativ stabile Gefüge von Beziehungen, Regeln und Positionen, das soziale Prozesse, Handlungen und Bedeutungen ordnet..
1. Thema und Problemstellung
Zu Beginn wird das Thema der Arbeit vorgestellt und in einen größeren Zusammenhang eingeordnet. Dabei sollte deutlich werden:
- Warum ist das Thema relevant?
- Welches Problem soll untersucht werden?
2. Forschungsfrage
Die Forschungsfrage ist das zentrale Element des Exposés. Sie bestimmt die gesamte weitere Arbeit.
Eine gute Forschungsfrage ist:
- klar formuliert
- präzise eingegrenzt
- wissenschaftlich bearbeitbar
Hilfreich ist es, sich an den Beitrag zum Formulieren einer Forschungsfrage zu orientieren.
3. Zielsetzung der Arbeit
Hier wird erläutert, was mit der Arbeit erreicht werden soll:
- Welche Erkenntnisse werden angestrebt?
- Welchen Beitrag leistet die Arbeit zum Thema?
4. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand
Ein Exposé sollte zeigen, dass bereits eine erste Literaturrecherche durchgeführt wurde.
Dabei geht es nicht um eine vollständige Darstellung, sondern um:
- zentrale Theorien und Konzepte
- wichtige Studien zum Thema
- mögliche Forschungslücken
5. Methodisches Vorgehen
Ein zentraler Bestandteil des Exposés ist die Beschreibung der geplanten Methode.
Typische Fragen sind:
- Welche Methode wird verwendet?
- Warum ist diese Methode geeignet?
- Wie sollen die Daten erhoben und ausgewertet werden?
Je nach Fragestellung kann hier etwa auf qualitative Methoden oder quantitative Methoden Bezug genommen werden.
6. Vorläufige Gliederung
Eine erste Gliederung zeigt, wie die Arbeit strukturiert werden soll. Sie dient als Orientierung und kann im Verlauf der Arbeit angepasst werden.
7. Literaturverzeichnis
Am Ende des Exposés steht ein Verzeichnis der verwendeten Quellen. Dieses zeigt, auf welcher Grundlage das Thema erarbeitet wurde.
Exposé auf einen Blick
Ein Exposé enthält in kompakter Form:
- Thema und Problemstellung
- Forschungsfrage
- Zielsetzung
- Forschungsstand
- methodisches Vorgehen
- vorläufige Gliederung
- Literatur
Typische Fehler beim Schreiben eines Exposés
Beim Verfassen eines Exposés treten häufig ähnliche Probleme auf:
- Zu vage Fragestellung: Unklare oder zu breite Fragen erschweren die Planung der Arbeit.
- Fehlender roter Faden: Die einzelnen Teile des Exposés sind nicht logisch miteinander verbunden.
- Unzureichende Literaturbasis: Es wird nicht deutlich, auf welchen wissenschaftlichen Arbeiten die eigene Untersuchung aufbaut.
- Unklare Methodik: Es bleibt offen, wie die Forschungsfrage konkret bearbeitet werden soll.
- Unterschätzung des Aufwands: Ein Exposé ist kein „Formblatt“, sondern ein zentraler Planungsschritt.
Ein gutes Exposé entsteht nicht „nebenbei“. Es setzt voraus, dass bereits eine erste systematische Literaturrecherche durchgeführt und die Forschungsfrage klar durchdacht wurde. Wer sich hier ausreichend Zeit nimmt, spart später häufig viel Aufwand bei der eigentlichen Arbeit.
Fazit
Das Exposé ist ein zentraler Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens. Es dient sowohl der Abstimmung mit Betreuenden als auch der eigenen Orientierung im Forschungsprozess.
Ein gut strukturiertes Exposé hilft dabei, die eigene Fragestellung zu schärfen, methodische Entscheidungen zu reflektieren und die spätere Arbeit systematisch vorzubereiten.
Literatur und weiterführende Quellen
- Frevel, B.; Krott, E. (2014). Arbeitshilfe zur Erstellung eines Exposés für die Bachelor-Studiengänge der FHöV NRW. Online verfügbar.
- Kersken, M. (2009). Anleitung zur Erstellung eines Exposees. Duisburg/Essen. Online verfügbar.



