Mode ist mehr als Stil, Trend oder Geschmack. Kleidung fungiert als sozialer Marker, als Mittel der Distinktion, als Instrument der Normalisierung – und zunehmend auch als ökonomischer und ökologischer Konfliktraum. Wer was trägt – oder nicht trägt –, wird gelesen, eingeordnet und bewertet. Mode ist damit kein bloßes Konsumphänomen, sondern
Körpersoziologie
Die Krawatte: Macht, Männlichkeit und ein Stück Stoff
Hinweis: Dieser Beitrag dient als analytischer Auftakt zur Artikelserie „Mode, Körper und Devianz“. Im Zentrum steht die Frage, wie scheinbar banale Kleidungsstücke soziale Ordnung, Macht und Geschlecht verkörpern. Kaum ein Kleidungsstück wirkt so selbstverständlich und zugleich so erklärungsbedürftig wie die Krawatte als Machtsymbol. Sie erfüllt keine schützende, wärmende oder funktionale