Die Gefährlichkeit von Drogen ergibt sich nicht allein aus ihren pharmakologischen Eigenschaften – sie ist auch ein soziales Konstrukt. Was als gefährlich, abweichend oder kriminell gilt, wird durch gesellschaftliche Deutungen, politische Interessen und moralische Kampagnen geprägt. Das zeigt kaum ein Beispiel so deutlich wie die Geschichte der Kriminalisierung von Cannabis.
Kriminalität als soziale Konstruktion
Sozialkonstruktivistische Kriminalitätstheorie (Hess & Scheerer)
Die sozialkonstruktivistische Kriminalitätstheorie von Henner Hess und Sebastian Scheerer versteht Kriminalität als ein gesellschaftlich konstruiertes Phänomen. Straftaten entstehen demnach nicht allein durch individuelle Motive oder soziale Ursachen. Entscheidend ist vielmehr ein Zusammenspiel aus makrosoziologischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, individuellen Handlungssituationen auf der Mikro-Ebene sowie gesellschaftlichen Zuschreibungsprozessen, durch die bestimmte Handlungen überhaupt erst
