Kriminalität ist mehr als die Verletzung von Gesetzen. Sie ist zugleich ein kulturelles, soziales und kommunikatives Phänomen. Vorstellungen von Kriminalität entstehen nicht allein durch Straftaten selbst, sondern auch durch Erzählungen, Bilder, Symbole, Medienberichte, Musik, Filme oder öffentliche Debatten. Was als gefährlich, abweichend oder bedrohlich gilt, wird gesellschaftlich ausgehandelt und kulturell vermittelt.
Die hier versammelten Beiträge stellen theoretische Perspektiven vor, die Kriminalität, soziale Kontrolle und Devianz aus einer kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektive betrachten. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Bedeutung, Repräsentation und Wahrnehmung: Wie entstehen Kriminalitätsbilder? Welche Rolle spielen Medien bei der Konstruktion sozialer Wirklichkeit? Wie werden Gewalt, Polizei oder Strafe erzählt, dargestellt und symbolisch aufgeladen?
Zu diesen Ansätzen gehören unter anderem die Cultural Criminology, die sich mit den kulturellen Bedeutungen von Kriminalität und Kontrolle beschäftigt, die Narrative Criminology, die die Macht von Geschichten und Erzählungen untersucht, sowie neuere Forschungsrichtungen wie die Auditive Kriminologie oder die Visual Criminology.
Gemeinsam ist diesen Perspektiven ein erweitertes Verständnis von Kriminalität: Sie interessieren sich nicht nur für Taten und Täter, sondern auch für deren gesellschaftliche Deutung, mediale Darstellung und kulturelle Verarbeitung.
- Cultural Criminology Kriminalität als kulturelles Phänomen und Ausdruck gesellschaftlicher Bedeutungsprozesse.
- Narrative Criminology Die Macht von Geschichten, Erzählungen und Narrativen bei der Entstehung von Kriminalität.
- Auditive Kriminologie Musik, Klang und akustische Medien als Gegenstand kriminologischer Forschung.