Musik ist weit mehr als Unterhaltung. Sie transportiert Emotionen, vermittelt Identitäten, stiftet Zugehörigkeit und dient als Medium gesellschaftlicher Kommunikation. In Liedern werden Erfahrungen von Ausgrenzung, Gewalt, Kriminalität, Strafe und sozialer Kontrolle verarbeitet, erzählt und bewertet. Musik kann bestehende gesellschaftliche Verhältnisse bestätigen, infrage stellen oder offen herausfordern.
Aus kriminologischer Perspektive ist Musik deshalb von besonderem Interesse. Liedtexte erzählen von Kriminalität, Gefängnis, Polizei, Drogen, Gewalt oder sozialem Aufstieg. Sie dokumentieren Erfahrungen gesellschaftlicher Marginalisierung, artikulieren Protest und verarbeiten Konflikte mit staatlichen Institutionen. Gleichzeitig werden bestimmte Musikgenres selbst immer wieder zum Gegenstand moralischer Debatten, polizeilicher Überwachung und gesellschaftlicher Kriminalisierungsprozesse.
Die Beiträge in diesem Dossier untersuchen die vielfältigen Beziehungen zwischen Musik, Kriminalität und sozialer Kontrolle. Im Mittelpunkt stehen sowohl theoretische Perspektiven wie die Auditive Kriminologie als auch konkrete Forschungsprojekte, Fallstudien und Analysen zu Rap, Protestmusik, Gefängnisliedern oder polizeikritischen Narrativen.
Musik erscheint dabei nicht nur als Spiegel gesellschaftlicher Wirklichkeit, sondern auch als aktiver Bestandteil sozialer Aushandlungsprozesse. Sie prägt Wahrnehmungen von Kriminalität, vermittelt Werte und Normen und bietet Räume für Widerstand, Identitätsbildung und kulturelle Selbstverortung.
Beiträge
Grundlagen
- Auditive Kriminologie
- Musik als Gegenstand der Kriminologie
- Musicriminology
Forschungsprojekte
- Rap und Polizei
- Kriminologie und Musik
Musik, Protest und soziale Kontrolle
- ACAB und polizeikritische Musik
- Protestmusik und soziale Bewegungen
- Musikzensur und Kriminalisierung
- Musik als Widerstand
Kriminalität in Liedtexten
- Gefängnis und Haft in der Popmusik
- Drogen in der Populärmusik
- Gewalt und Männlichkeit im Rap
- Der Gangster als Popfigur