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Mediale Konstruktionen

Kriminalität wird von den meisten Menschen nicht unmittelbar erlebt, sondern über Medien wahrgenommen. Zeitungen, Fernsehen, Online-Portale, soziale Netzwerke und Streamingdienste berichten täglich über Straftaten, Täter, Opfer und polizeiliche Ermittlungen. Diese Darstellungen vermitteln Informationen über Kriminalität – sie konstruieren aber zugleich bestimmte Bilder gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Die Medien berichten nicht über alle Straftaten in gleicher Weise. Bestimmte Delikte erhalten große Aufmerksamkeit, während andere kaum sichtbar werden. Gewaltverbrechen, spektakuläre Einzelfälle oder außergewöhnliche Täterbiografien dominieren häufig die Berichterstattung, obwohl sie statistisch oft selten sind. Gleichzeitig bleiben Phänomene wie Wirtschaftskriminalität, Umweltkriminalität oder alltägliche Gewalt vielfach im Hintergrund.

Mediale Darstellungen prägen nicht nur das Wissen über Kriminalität, sondern auch Vorstellungen darüber, wer als gefährlich gilt, wer als Opfer wahrgenommen wird und welche gesellschaftlichen Gruppen mit Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Dadurch entstehen Täterbilder, Opferbilder und Feindbilder, die öffentliche Debatten über Sicherheit, Migration, Jugend, Polizei oder soziale Kontrolle beeinflussen können.

Die Beiträge in diesem Bereich beschäftigen sich mit den Mechanismen medialer Kriminalitätskonstruktion. Sie untersuchen Nachrichtenwerte, Framing-Prozesse, stereotype Darstellungen von Tätern und Opfern sowie die gesellschaftlichen Folgen medialer Zuschreibungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kriminalität durch Medien sichtbar gemacht, interpretiert und gesellschaftlich bedeutungsvoll wird.

Beiträge

Grundlagen der Kriminalitätsberichterstattung

Sozialisation und Medien

Täter- und Opferbilder

Kriminalität und gesellschaftliche Zuschreibungen