Making a Murderer (2015–2018)

Making a Murderer (2015–2018) ist eine Dokumentarserie von Laura Ricciardi und Moira Demos. Im Mittelpunkt stehen Steven Avery, der nach 18 Jahren Haft aufgrund einer DNA-Analyse freigesprochen wird, und sein Neffe Brendan Dassey, die wenig später wegen des Mordes an Teresa Halbach angeklagt und verurteilt werden. Die Serie rekonstruiert Ermittlungen, Verhöre und Gerichtsverfahren und wirft grundlegende Fragen nach Fehlurteilen, Polizeiarbeit, Geständnissen und der Funktionsweise des Strafjustizsystems auf.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Making a Murderer
  • Deutscher Titel: Making a Murderer
  • Erscheinungsjahr: 2015–2018
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Moira Demos, Laura Ricciardi
  • Medium: Dokumentation
  • Laufzeit / Umfang: 2 Staffeln, 20 Episoden
  • Schwerpunkte: Gericht, Recht und Justiz

Kriminologische Relevanz

Making a Murderer gehört zu den einflussreichsten True-Crime-Dokumentationen der vergangenen Jahre. Die Serie untersucht weniger die Frage der Schuld als die Funktionsweise des Strafjustizsystems. Im Mittelpunkt stehen Ermittlungsarbeit, Beweiswürdigung, Vernehmungsmethoden und die Möglichkeit von Fehlurteilen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Vernehmungen des kognitiv beeinträchtigten Brendan Dassey. Die Dokumentation zeigt, wie suggestive Befragungen, sozialer Druck und Machtasymmetrien zu Geständnissen führen können, deren Zuverlässigkeit umstritten ist. Damit verweist die Serie auf zentrale Erkenntnisse der Aussagepsychologie und der Forschung zu falschen Geständnissen.

Darüber hinaus thematisiert die Serie den Einfluss medialer Berichterstattung, institutioneller Eigeninteressen sowie möglicher Fehlanreize innerhalb des Strafjustizsystems. Sie regt dazu an, rechtsstaatliche Garantien, die Rolle von Polizei, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie den Umgang mit Zweifeln an rechtskräftigen Urteilen kritisch zu reflektieren.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser