Making a Murderer (2015–2018)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Making a Murderer
- Deutscher Titel: Making a Murderer
- Erscheinungsjahr: 2015–2018
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Moira Demos, Laura Ricciardi
- Medium: Dokumentation
- Laufzeit / Umfang: 2 Staffeln, 20 Episoden
- Schwerpunkte: Gericht, Recht und Justiz
Kriminologische Relevanz
Making a Murderer gehört zu den einflussreichsten True-Crime-Dokumentationen der vergangenen Jahre. Die Serie untersucht weniger die Frage der Schuld als die Funktionsweise des Strafjustizsystems. Im Mittelpunkt stehen Ermittlungsarbeit, Beweiswürdigung, Vernehmungsmethoden und die Möglichkeit von Fehlurteilen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Vernehmungen des kognitiv beeinträchtigten Brendan Dassey. Die Dokumentation zeigt, wie suggestive Befragungen, sozialer Druck und Machtasymmetrien zu Geständnissen führen können, deren Zuverlässigkeit umstritten ist. Damit verweist die Serie auf zentrale Erkenntnisse der Aussagepsychologie und der Forschung zu falschen Geständnissen.
Darüber hinaus thematisiert die Serie den Einfluss medialer Berichterstattung, institutioneller Eigeninteressen sowie möglicher Fehlanreize innerhalb des Strafjustizsystems. Sie regt dazu an, rechtsstaatliche Garantien, die Rolle von Polizei, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie den Umgang mit Zweifeln an rechtskräftigen Urteilen kritisch zu reflektieren.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Labelling-Ansatz (Überblick)
Labelling – primäre und sekundäre Devianz (Lemert)
Instanzenforschung/ Kritische Kriminologie
Kontrolle
Schlüsselwerke
Michel Foucault – Überwachen und Strafen (1975)
Erving Goffman – Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen (1961)