Definition
Soziale Reproduktion bezeichnet Prozesse, durch die gesellschaftliche Strukturen, soziale Ungleichheiten und soziale Positionen über längere Zeiträume hinweg erhalten oder immer wieder neu hervorgebracht werden. Besonders häufig wird der Begriff verwendet, um zu erklären, warum sich soziale Herkunft, Bildungschancen, berufliche Positionen und Lebensbedingungen zwischen Generationen ähneln können. Soziale Reproduktion bedeutet nicht, dass Kinder zwangsläufig dieselbe soziale Position wie ihre Eltern einnehmen. Vielmehr geht es um die Weitergabe unterschiedlicher Ausgangsbedingungen und Ressourcen. Familien unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich Einkommen, Vermögen, Bildung, sozialen Netzwerken, kulturellen Erfahrungen und Erwartungen. Diese Unterschiede können die späteren Bildungs-, Berufs- und Lebenschancen der nächsten Generation beeinflussen. Zur sozialen Reproduktion tragen nicht nur Familien bei. Auch gesellschaftliche Institutionen wie das Bildungssystem, der Arbeitsmarkt oder soziale Netzwerke können bestehende Unterschiede stabilisieren. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen auf institutionelle Regeln und Auswahlverfahren treffen, können ursprünglich vorhandene Ungleichheiten verstärkt oder in andere Formen übersetzt werden. Soziale Reproduktion steht damit in einem Spannungsverhältnis zur sozialen Mobilität. Während soziale Mobilität Veränderungen gesellschaftlicher Positionen beschreibt, richtet der Begriff der sozialen Reproduktion den Blick auf die Mechanismen, durch die soziale Strukturen und Ungleichheiten trotz individueller Auf- und Abstiege langfristig fortbestehen können.Film- und Serienkanon
Film-/Serien-Beispiele
