Kurzdefinition
Bezeichnung für die gegenwärtige Gesellschaftsphase, in der die klassischen Errungenschaften der Moderne weitergeführt, aber zugleich reflexiv hinterfragt und transformiert werden.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff Spätmoderne verweist auf eine Fortsetzung, nicht ein Ende der Moderne. Kennzeichnend sind Prozesse wie Individualisierung, Globalisierung, Enttraditionalisierung, Digitalisierung und der Wandel von Arbeit und Familie. In der Soziologie wird die Spätmoderne oft mit Theoretikern wie Ulrich Beck, Anthony Giddens oder Zygmunt Bauman in Verbindung gebracht. Sie betonen, dass moderne Prinzipien wie Rationalisierung und Fortschritt nicht verschwinden, sondern zunehmend ihre eigenen Nebenfolgen produzieren – etwa Risiken, Unsicherheiten und neue Formen sozialer Ungleichheit.
Theoriebezug
Ulrich Beck – Risikogesellschaft (1986), Anthony Giddens – Modernity and Self-Identity (1991)