Roland Gérard Barthes
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Personenprofil
- Name: Roland Gérard Barthes
- Geburtsjahr: 1915
- Sterbejahr: 1980
- Land: Frankreich
- Disziplin(en): Cultural Studies, Kultursoziologie, Medienforschung, Mediensoziologie, Semiotik
Themen
Weitere Informationen
Roland Barthes war ein französischer Literaturtheoretiker, Semiotiker und Kulturkritiker und zählt zu den einflussreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er eine eigenständige Form der Zeichen- und Ideologiekritik, die weit über die Literaturwissenschaft hinauswirkte. Barthes lehrte u. a. an der École pratique des hautes études und später am Collège de France. Seine Arbeiten verbinden strukturalistische Zeichentheorie mit kulturkritischer Analyse des Alltags und gelten als zentrale Brücke zwischen Strukturalismus und Poststrukturalismus.
Barthes’ zentrale Leistung besteht in der Analyse kultureller Bedeutungsproduktion jenseits „großer“ Ideologien. Er zeigt, wie Alltagsphänomene – Bilder, Werbung, Sport, Mode, politische Symbole – als Zeichensysteme funktionieren und gesellschaftliche Ordnung stabilisieren, indem sie historische und politische Bedeutungen als natürlich erscheinen lassen. Mit seinem Mythos-Begriff entwickelt Barthes ein Instrument zur Analyse ideologischer Naturalisation, das für Medienanalyse, Cultural Studies und kritische Soziologie bis heute grundlegend ist.
Schlüsselwerke
- Mythologies (1957)
- Le Degré zéro de l’écriture (1953)
- Éléments de sémiologie (1964)
- S/Z (1970)
- La Chambre claire (1980)
Weiterführende Beiträge