Eine kohärente feministische Kriminalitätstheorie existiert nicht. Korrekterweise müsste man daher eher von einer feministischen Kriminologie sprechen, als paradigmatische Ausprägung innerhalb kriminologischer Theorienbildung, die sich darauf konzentriert, wie Geschlecht und Geschlechterrollen soziale Konstrukte beeinflussen und von sozialen Institutionen, insbesondere dem Rechtssystem, behandelt werden. Barkan (2017) benennt vier Hauptthemenfelder der feministischen Kriminologie:
Frauen in der Polizei
Polizeiorganisation und der Umgang mit Heterogenität
Die Polizei ist keine homogene Organisation. Gleichwohl war sie historisch über lange Zeit durch ein vergleichsweise einheitliches Rollenverständnis geprägt: männlich, hierarchisch, körperlich robust, loyal gegenüber der Organisation und distanziert gegenüber dem polizeilichen Gegenüber. Mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen geriet dieses Selbstbild zunehmend unter Druck. Fragen nach Geschlecht, Herkunft und sexueller Identität betreffen
