Die Gefährlichkeit von Drogen ergibt sich nicht allein aus ihren pharmakologischen Eigenschaften – sie ist auch ein soziales Konstrukt. Was als gefährlich, abweichend oder kriminell gilt, wird durch gesellschaftliche Deutungen, politische Interessen und moralische Kampagnen geprägt. Das zeigt kaum ein Beispiel so deutlich wie die Geschichte der Kriminalisierung von Cannabis.
Moralunternehmer
Cannabis zwischen Heilmittel, Werkstoff und Kriminalisierung – Eine kulturgeschichtliche Spurensuche
Kaum eine psychoaktive Substanz polarisiert so sehr wie Cannabis: Für die einen ist es ein gefährliches Rauschmittel, für die anderen ein bewährtes Naturheilmittel oder ein Lifestyle‑Produkt. Doch jenseits aktueller Debatten um Legalisierung und Konsumformen lohnt ein Blick zurück – auf die kulturelle, medizinische und politische Geschichte einer Pflanze, deren gesellschaftliche
Outsiders (Becker)
Howard S. Beckers Buch Outsiders (1963) gehört zu den wichtigsten Werken der Devianzsoziologie und bildet einen zentralen Bezugspunkt des Labelling-Ansatzes. Mit seinem Ansatz der sozialen Zuschreibung (Labelling) stellte Becker etablierte Vorstellungen von Devianz und Kriminalität infrage. Statt Devianz als inhärente Eigenschaft bestimmter Handlungen oder Personen zu betrachten, fokussierte er sich


