Kurzdefinition
Bezeichnet eine größere Ansammlung von Menschen, zwischen denen keine dauerhaften sozialen Beziehungen oder stabilen Gruppenstrukturen bestehen müssen.
Ausführliche Erklärung
Als Masse wird eine größere Ansammlung von Menschen bezeichnet, zwischen denen keine dauerhaften sozialen Beziehungen oder stabilen Gruppenstrukturen bestehen müssen. Menschen können sich beispielsweise bei einer Demonstration, einem Konzert, einem Sportereignis oder aufgrund eines außergewöhnlichen Ereignisses vorübergehend an einem Ort versammeln.
Die Masse unterscheidet sich damit von einer sozialen Gruppe im engeren Sinne. Ihre Angehörigen müssen sich weder persönlich kennen noch dauerhaft miteinander verbunden sein. Häufig entsteht die Zusammenkunft aufgrund einer gemeinsamen Situation oder eines Ereignisses und löst sich anschließend wieder auf.
Trotz fehlender dauerhafter Beziehungen können Menschen innerhalb einer Masse einander beeinflussen. Aufmerksamkeit, Emotionen und Verhaltensweisen können sich verbreiten, und aus einer zunächst unstrukturierten Ansammlung können zeitweilig gemeinsame Orientierungen oder Handlungen entstehen.
Der Begriff sollte nicht mit einer Großgruppe gleichgesetzt werden. Eine Großgruppe besitzt trotz ihrer Größe eine gewisse soziale Struktur, Zugehörigkeit oder Dauerhaftigkeit. Eine Masse kann dagegen kurzfristig entstehen, ohne dass ihre Angehörigen eine stabile soziale Gruppe bilden.
Theoriebezug
Die Untersuchung von Menschenmassen gehört zu den klassischen Themen der Soziologie und Sozialpsychologie. Frühe massenpsychologische Ansätze beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, ob Menschen innerhalb großer Ansammlungen anders handeln als isolierte Individuen und wie sich Emotionen und Verhaltensweisen innerhalb einer Masse verbreiten können.
Neuere Betrachtungen vermeiden die Vorstellung, Menschen würden innerhalb einer Masse grundsätzlich ihre Individualität oder Rationalität verlieren. Auch kollektives Verhalten kann durch gemeinsame Normen, situative Erwartungen, soziale Identitäten und vorhandene Beziehungen strukturiert sein.
Für die Gruppensoziologie ist vor allem die Abgrenzung zur Großgruppe relevant. Großgruppen besitzen eine gewisse soziale Struktur und Zugehörigkeit, während eine Masse auch aus Menschen bestehen kann, die lediglich vorübergehend durch eine gemeinsame Situation miteinander verbunden sind.
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Der Begriff im Film
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