Der Begriff Mocro Maffia bezeichnet kriminelle Netzwerke, die vor allem in den Niederlanden und Belgien aktiv sind und überwiegend aus Personen marokkanischer Herkunft bestehen. Anders als der Begriff „Mafia“ vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um eine einheitliche Organisation mit zentraler Führung, sondern um verschiedene lose miteinander verbundene Gruppierungen, die insbesondere im internationalen Kokainhandel tätig sind.
Die Bezeichnung entstand in niederländischen Medien und leitet sich vom umgangssprachlichen Begriff „Mocro“ für Menschen marokkanischer Herkunft ab. Sie ist wissenschaftlich nicht unumstritten, da sie ethnische Herkunft und Organisierte Kriminalität miteinander verknüpft und dadurch zur Stigmatisierung beitragen kann. In der kriminologischen Forschung wird daher häufig der neutralere Begriff kriminelle Netzwerke bevorzugt.
Die Mocro Maffia kontrolliert Teile des Kokainimports über die Häfen von Rotterdam und Antwerpen und ist darüber hinaus unter anderem in Geldwäsche, Auftragskriminalität und Waffenhandel aktiv. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu gewaltsamen Konflikten zwischen konkurrierenden Gruppierungen, die auch Journalisten, Rechtsanwälte und andere unbeteiligte Personen betrafen.
Kriminologisch verdeutlicht die Mocro Maffia den Wandel Organisierter Kriminalität hin zu flexiblen, transnationalen Netzwerken ohne starre Hierarchien. Persönliche Beziehungen, wirtschaftliche Kooperationen und internationale Logistik spielen dabei häufig eine größere Rolle als klassische mafiöse Organisationsformen.
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