Definition
Als Großgruppe wird eine soziale Gruppe bezeichnet, deren Mitgliederzahl so groß ist, dass nicht mehr alle Angehörigen regelmäßig und unmittelbar miteinander interagieren können. Persönliche Beziehungen bestehen deshalb meist nur zwischen Teilen der Gruppe.
Großgruppen können beispielsweise politische Parteien, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften oder andere größere soziale Zusammenschlüsse sein. Ihre Mitglieder müssen sich nicht persönlich kennen, können sich aber dennoch als Angehörige derselben Gruppe verstehen und gemeinsame Interessen, Normen, Werte oder Ziele teilen.
Da unmittelbare Kommunikation zwischen allen Mitgliedern nicht möglich ist, benötigen Großgruppen häufig andere Formen der Koordination. Organisationen, Regeln, Rollen, Repräsentanten oder Kommunikationsmedien können dazu beitragen, gemeinsames Handeln und ein Gefühl der Zugehörigkeit herzustellen.
Wie bei der Kleingruppe existiert keine allgemein verbindliche Mitgliederzahl, ab der von einer Großgruppe gesprochen werden muss. Entscheidend ist vielmehr, dass die Größe der Gruppe unmittelbare Beziehungen zwischen sämtlichen Mitgliedern verhindert. Großgruppen unterscheiden sich zugleich von bloßen Menschenansammlungen dadurch, dass zwischen ihren Mitgliedern eine soziale Zugehörigkeit oder gemeinsame Orientierung besteht.
Film-/Serien-Beispiele
