Kurzdefinition
Ein theoretisches Konzept, das auf eine zweite, selbstkritische Phase der Moderne verweist, in der die gesellschaftlichen Grundlagen der Moderne selbst zum Gegenstand des Wandels werden.
Ausführliche Erklärung
Mit reflexiver Moderne beschreibt Ulrich Beck (gemeinsam mit Anthony Giddens und Scott Lash) einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, bei dem traditionelle Institutionen, Wissensformen und Sicherheiten der ersten Moderne (z. B. Nationalstaat, Familie, Klasse, Wissenschaft) erodieren. Die Moderne beginnt, sich selbst zu thematisieren, ihre Risiken, Nebenfolgen und Ambivalenzen sichtbar zu machen – und damit auch transformierbar. Reflexive Moderne bedeutet nicht das Ende der Moderne, sondern ihren Selbstumbau.
Theoriebezug
Ulrich Beck – Risikogesellschaft (1986), Reflexive Modernisierung (1996, mit Giddens & Lash)