Der goldene Handschuh (2019)

Der goldene Handschuh (2019) von Fatih Akin basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk und erzählt die Geschichte des Hamburger Serienmörders Fritz Honka. Im Mittelpunkt steht nicht die kriminalistische Aufklärung, sondern das soziale Milieu des Stadtteils St. Pauli in den 1970er Jahren. Die Serie von Frauenmorden wird als Produkt eines von Alkohol, Verwahrlosung, Einsamkeit und sozialem Abstieg geprägten Umfelds inszeniert. Der Film verzichtet weitgehend auf klassische Spannung und entwickelt stattdessen eine beklemmende Milieustudie.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Der goldene Handschuh
  • Deutscher Titel: Der goldene Handschuh
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Land: Deutschland, Frankreich
  • Regie / Creator / Showrunner: Fatih Akin
  • Medium: Spielfilm
  • Laufzeit / Umfang: 115 Minuten
  • Schwerpunkte: Serienmord und Gewalt

Kriminologische Relevanz

Der goldene Handschuh gehört zu den kompromisslosesten Milieustudien des deutschsprachigen Kinos. Anders als klassische Serienmörderfilme interessiert sich der Film kaum für kriminalistische Ermittlungen oder psychologische Täterprofile. Im Mittelpunkt stehen vielmehr soziale Desintegration, Alkoholismus, Verwahrlosung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Der Film zeigt, wie sich individuelle Gewalt in einem Milieu entfalten kann, das von Armut, Isolation und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Die titelgebende Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ erscheint dabei als sozialer Mikrokosmos, in dem Einsamkeit, Sucht und soziale Marginalisierung alltäglich geworden sind.

Kriminologisch lässt sich der Film daher weniger als Täterporträt denn als Darstellung sozialer Desintegration lesen. Er wirft die Frage auf, welche gesellschaftlichen Bedingungen extreme Gewalt begünstigen können und wie soziale Kontrolle dort versagt, wo Isolation und Verwahrlosung zur Normalität werden.

Bildquelle: Altonaer Museum, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser