Definition
Als Geheimpolizei werden staatliche Sicherheitsorganisationen bezeichnet, die politische Gegner und andere als Bedrohung der bestehenden Herrschaftsordnung betrachtete Personen oder Gruppen überwachen und verfolgen. Charakteristisch ist die Verbindung geheimdienstlicher Informationsgewinnung mit polizeilichen oder anderen exekutiven Befugnissen. Geheimpolizeien sind insbesondere für autoritäre und diktatorische Herrschaftssysteme kennzeichnend. Geheimpolizeiliche Tätigkeit kann die Überwachung von Personen und Gruppen, den Einsatz von Informanten, die Kontrolle von Kommunikation, Verhöre, Durchsuchungen und Verhaftungen umfassen. In repressiven politischen Systemen können darüber hinaus Einschüchterung, willkürliche Inhaftierung, Folter oder andere Formen staatlicher Gewalt eingesetzt werden. Die Tätigkeit entzieht sich dabei häufig einer wirksamen rechtsstaatlichen und öffentlichen Kontrolle. Von einem Geheimdienst unterscheidet sich eine Geheimpolizei insbesondere durch ihre exekutiven Befugnisse. Nachrichtendienste sammeln und analysieren Informationen, verfügen aber in rechtsstaatlichen Systemen nicht notwendigerweise über polizeiliche Befugnisse. Bei Geheimpolizeien können dagegen nachrichtendienstliche Überwachung und unmittelbare staatliche Zwangsmaßnahmen innerhalb derselben Organisation miteinander verbunden sein. Historische Beispiele sind die Geheime Staatspolizei (Gestapo) des nationalsozialistischen Deutschlands und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Trotz erheblicher Unterschiede zwischen beiden Organisationen verbanden sie geheimdienstliche Überwachung mit repressiven Funktionen zur Sicherung der jeweiligen politischen Herrschaft. Sozialwissenschaftlich sind Geheimpolizeien insbesondere für die Untersuchung von Macht, Herrschaft und sozialer Kontrolle relevant. Sie ermöglichen politischen Herrschaftssystemen nicht nur die unmittelbare Verfolgung von Opposition, sondern können durch die Möglichkeit permanenter Überwachung auch Verhalten beeinflussen, Unsicherheit erzeugen und gesellschaftliche Selbstkontrolle fördern. Geheimpolizei ist deshalb nicht allein als Sicherheitsorganisation, sondern als Instrument politischer Herrschaft und gesellschaftlicher Kontrolle zu betrachten.Film- und Serienkanon
Film-/Serien-Beispiele

Das Leben der Anderen (2006)
Das Leben der Anderen (2006) zeigt die Überwachung von Bürgern durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Der Film veranschaulicht, wie geheimdienstliche Informationsgewinnung, politische Kontrolle und staatliche Repression miteinander verbunden sein können und Geheimpolizei damit zu einem Instrument der Herrschaftssicherung wird.