Definition
Jugend bezeichnet die Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Sie ist durch körperliche und psychische Entwicklungsprozesse sowie durch gesellschaftliche Übergänge gekennzeichnet, in denen junge Menschen zunehmend selbstständige soziale Rollen übernehmen und sich schrittweise von der Abhängigkeit der Kindheit lösen.
Die zeitlichen Grenzen der Jugend sind nicht eindeutig festgelegt. Biologische Entwicklung, rechtliche Altersgrenzen, Bildungswege, Berufseintritt, wirtschaftliche Selbstständigkeit und Familiengründung folgen jeweils unterschiedlichen Zeitverläufen. Wann Jugend beginnt und endet, hängt deshalb auch von historischen und gesellschaftlichen Bedingungen ab.
In modernen Gesellschaften hat sich Jugend als eigenständige Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter herausgebildet und ausgedehnt. Längere Bildungs- und Ausbildungszeiten können dazu führen, dass körperliche Reife, rechtliche Selbstständigkeit, Berufseintritt und wirtschaftliche Unabhängigkeit zeitlich auseinanderfallen. Jugendliche besitzen dadurch bereits zunehmende Handlungsspielräume, bleiben zugleich aber in unterschiedlichen Bereichen von Familie, Bildungsinstitutionen und anderen gesellschaftlichen Strukturen abhängig.
Von besonderer Bedeutung sind Beziehungen zu Gleichaltrigen. Freundeskreise und Peer Groups können neben der Familie zu wichtigen sozialen Bezugspunkten werden. Jugendliche entwickeln innerhalb solcher Zusammenhänge eigene Lebensstile, Normen und Formen kultureller Zugehörigkeit. Jugendkulturen und Subkulturen können dabei Möglichkeiten bieten, Identität auszudrücken und sich gegenüber anderen Gruppen oder der Erwachsenenwelt abzugrenzen.
Jugend wird zugleich durch soziale Ungleichheit geprägt. Soziale Herkunft, Bildungswege, Geschlecht, wirtschaftliche Ressourcen und andere gesellschaftliche Bedingungen beeinflussen die Möglichkeiten des Übergangs ins Erwachsenenleben. Es existiert daher nicht eine einheitliche Erfahrung von Jugend, sondern unterschiedliche Formen und Bedingungen des Aufwachsens.