Kurzdefinition
Objektivität bezeichnet ein Gütekriterium wissenschaftlicher Forschung und bedeutet, dass Ergebnisse unabhängig von der forschenden Person zustande kommen.
Ausführliche Erklärung
Objektivität liegt vor, wenn das Ergebnis einer Untersuchung nicht davon abhängt, wer die Untersuchung durchführt. Wissenschaftliche Methoden sollen so gestaltet sein, dass persönliche Meinungen, Erwartungen oder Interessen der Forschenden keinen Einfluss auf die Ergebnisse haben.
In der empirischen Sozialforschung wird Objektivität häufig in drei Teilbereiche untergliedert:
- Durchführungsobjektivität: Die Ergebnisse dürfen nicht davon abhängen, wer eine Untersuchung durchführt. Standardisierte Verfahren (z. B. Fragebögen oder Experimente mit klaren Instruktionen) erhöhen die Objektivität.
- Auswertungsobjektivität: Die Auswertung der Daten erfolgt nach klaren Regeln, sodass unterschiedliche Forschende bei der Analyse zu denselben Ergebnissen gelangen.
- Interpretationsobjektivität: Auch die Interpretation der Ergebnisse soll unabhängig von individuellen Vorannahmen erfolgen.
Objektivität ist eine zentrale Voraussetzung wissenschaftlicher Forschung, weil sie sicherstellt, dass Ergebnisse intersubjektiv nachvollziehbar sind und nicht lediglich persönliche Einschätzungen widerspiegeln.
Theoriebezug
Objektivität ist eines der zentralen Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens und wird häufig gemeinsam mit Reliabilität und Validität diskutiert. Die Begriffe spielen eine zentrale Rolle in der empirischen Sozialforschung und Methodologie (z. B. Bortz & Döring; Balzert, Schröder & Schäfer).