Kurzdefinition
Als Profiler werden umgangssprachlich Fachleute bezeichnet, die Ermittlungsbehörden bei der Analyse schwerer Gewaltverbrechen unterstützen. Die Berufsbezeichnung ist weder geschützt noch existiert eine eigenständige Ausbildung zum Profiler. In Deutschland wird stattdessen überwiegend im Rahmen der Operativen Fallanalyse gearbeitet.
Ausführliche Erklärung
Was ist ein Profiler?
Als Profiler werden umgangssprachlich Personen bezeichnet, die Ermittlungsbehörden bei der Analyse schwerer Gewaltverbrechen unterstützen. Sie analysieren Tatorte, Tatabläufe und Täterverhalten, um begründete Hypothesen über einen bislang unbekannten Täter zu entwickeln. Ziel ist es, Ermittlungen zu strukturieren und den Kreis möglicher Tatverdächtiger einzugrenzen.
Der Begriff Profiler ist jedoch keine offizielle Berufsbezeichnung. Weder in Deutschland noch in den meisten anderen Ländern existiert ein Ausbildungsberuf oder Studiengang, der unmittelbar zum Beruf des Profilers führt.
Häufiges Missverständnis: Der Begriff Profiler ist keine offizielle Berufsbezeichnung. Es gibt weder einen Studiengang noch einen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. In Deutschland werden kriminalistische Fallanalysen im Rahmen der Operativen Fallanalyse (OFA) durch speziell ausgebildete Fallanalytiker durchgeführt.
Wie wird man Profiler?
Personen, die kriminalistische Fallanalysen durchführen, verfügen in der Regel über eine langjährige Berufserfahrung bei Polizei oder Ermittlungsbehörden. Hinzu kommen spezielle Fortbildungen und praktische Erfahrungen in der Analyse schwerer Gewaltverbrechen. Häufig stammen Fallanalytiker aus der Kriminalpolizei und arbeiten interdisziplinär mit Psychologen, Medizinern oder anderen Fachrichtungen zusammen.
Ein Studium der Psychologie oder Kriminologie allein qualifiziert daher nicht automatisch für eine Tätigkeit als Profiler. In Deutschland werden Operative Fallanalysen überwiegend von erfahrenen Kriminalbeamten durchgeführt, die nach mehrjähriger Berufspraxis eine spezielle Zusatzausbildung absolvieren.
Profiler und Operative Fallanalyse
Während der Begriff Profiler vor allem durch Filme und Fernsehserien populär geworden ist, verwenden deutsche Polizeibehörden überwiegend den Begriff Operative Fallanalyse (OFA). Die dort tätigen Spezialisten werden als Fallanalytiker bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt die tatsächliche Funktion innerhalb der Polizei deutlich präziser als die aus Film und Fernsehen bekannte Bezeichnung Profiler. Ziel ihrer Arbeit ist nicht die Identifizierung einzelner Personen, sondern die Entwicklung kriminalistisch begründeter Ermittlungsansätze.
Populäre Vorstellungen und Realität
Filme und Fernsehserien wie Mindhunter, Das Schweigen der Lämmer oder Criminal Minds haben das öffentliche Bild des Profilers maßgeblich geprägt. In der Realität verläuft kriminalistische Fallanalyse jedoch deutlich weniger spektakulär. Sie beruht auf der systematischen Auswertung von Spuren, Tatortbefunden und kriminalistischen Erkenntnissen und ersetzt weder klassische Ermittlungsarbeit noch gerichtsfeste Beweise.
Fazit
Der Profiler ist keine eigenständige Berufsgruppe, sondern eine umgangssprachliche Bezeichnung für Spezialisten der kriminalistischen Fallanalyse. In Deutschland erfolgt diese Tätigkeit überwiegend im Rahmen der Operativen Fallanalyse durch erfahrene Kriminalbeamte mit spezieller Zusatzausbildung. Der populäre Begriff Profiler beschreibt damit eher ein bekanntes Medienbild als eine offizielle Berufsbezeichnung.
Theoriebezug
Abgrenzung zu Kriminalpsychologie und Ethnic Profiling: Der Begriff Profiler wird häufig mit der Kriminalpsychologie gleichgesetzt. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um einen psychologischen Beruf, sondern um eine kriminalistische Tätigkeit. Ebenso ist der Begriff von Ethnic Profiling zu unterscheiden. Während Profiler konkrete Straftaten analysieren, bezeichnet Ethnic Profiling die Auswahl von Kontrollpersonen anhand zugeschriebener ethnischer Merkmale und ist Gegenstand rechtsstaatlicher sowie gesellschaftlicher Kritik.
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