Kurzdefinition
Radikalisierung bezeichnet den Prozess, durch den Individuen oder Gruppen extremistische Einstellungen oder Verhaltensweisen entwickeln, die gesellschaftliche Normen ablehnen und Gewalt legitimieren können.
Ausführliche Erklärung
Radikalisierung verläuft häufig schrittweise und umfasst ideologische, emotionale und soziale Dynamiken. Sie entsteht in Wechselwirkung zwischen individuellen Faktoren (Identitätskrisen, Frustration), sozialen Umgebungen (Gruppendruck, Anerkennung), politischen Konflikten und medialen Einflüssen. Forschung unterscheidet kognitive Radikalisierung (Einstellungen) von verhaltensbezogener Radikalisierung (Handlungen). Präventive Ansätze richten sich auf Deradikalisierung, Ausstiegsprogramme und Förderung von Resilienz.
Theoriebezug
Terrorismusforschung, Extremismusforschung, soziale Bewegungen, interpretative Kriminologie.