Kurzdefinition
Symbolismus bezeichnet die Verwendung von Zeichen und Symbolen zur Vermittlung gemeinsamer Bedeutungen in sozialen Gruppen und Kulturen.
Ausführliche Erklärung
Symbole sind kulturell geteilte Zeichen, denen bestimmte Bedeutungen zugeschrieben werden. Symbolismus beschreibt den Prozess, in dem diese Symbole soziale Wirklichkeit strukturieren: Sie schaffen Identität, grenzen Gruppen voneinander ab, legitimieren Normen oder markieren Machtverhältnisse. Symbole können sprachlich, visuell, materiell oder rituell sein.
In der Soziologie gelten Symbole als zentrale Bausteine sozialer Ordnung, da sie Kommunikation, Interaktion und die Wahrnehmung von Situationen prägen. In der Kriminologie spielen Symbole eine Rolle bei Subkulturen (z. B. Stil, Kleidung, Graffiti), bei moralischen Paniken, in der Polizeiidentität sowie bei politischen Bewegungen und Extremismus.
Theoriebezug
Kernbegriff des Symbolischen Interaktionismus (Mead, Blumer, Goffman), relevant in der Kultursoziologie, Semiotik (Saussure, Barthes), Cultural Criminology (Ferrell, Hayward) und Ritualtheorie (Durkheim, Turner).