Georg Simmel

Georg Simmel
Georg Simmel

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Georg Simmel gilt als einer der Begründer der modernen Soziologie und als zentraler Vertreter der formalen bzw. relationalen Soziologie. Er studierte Philosophie, Geschichte und Psychologie in Berlin und lehrte dort lange Zeit als Privatdozent, da ihm – auch aus antisemitischen Gründen – der reguläre akademische Aufstieg weitgehend verwehrt blieb.

Simmels wissenschaftliche Bedeutung liegt vor allem in seiner konsequenten Analyse sozialer Wechselwirkungen. Gesellschaft verstand er nicht als überindividuelle Struktur, sondern als Prozess fortlaufender Vergesellschaftung durch Interaktion. Mit dieser Perspektive bereitete er zentrale Konzepte der Mikrosoziologie, der Netzwerkanalyse, der Gruppensoziologie und des Symbolischen Interaktionismus vor.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Simmel sozialen Formen wie Konflikt, Konkurrenz, Geheimnis, Mode oder dem Verhältnis von Individuum und Gruppe. Seine Arbeiten zur Großstadt, zur Geldwirtschaft und zur sozialen Differenzierung gelten als frühe Analysen moderner Gesellschaften und sind bis heute für Stadtsoziologie, Kultursoziologie und Kriminologie anschlussfähig.

Schlüsselwerke

  • Über soziale Differenzierung (1890)
  • Philosophie des Geldes (1900)
  • Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung (1908)
  • Der Konflikt (1908)
  • Die Großstädte und das Geistesleben (1903)