Kleidung ist ablegbar. Der Körper ist es nicht. Genau darin liegt seine besondere soziologische Brisanz. Während Jacken, Uniformen oder Accessoires gewechselt, abgelegt oder angepasst werden können, bleiben Tattoos, Frisuren, Gerüche oder kosmetische Praktiken am Körper haften – zumindest für eine gewisse Zeit. Der Körper fungiert damit als dauerhafte Zeichenfläche, auf der soziale Ordnung, Zugehörigkeit und
Uniform, Bomberjacke, Keffiyeh: Mode und Macht
Kleidung organisiert nicht nur Zugehörigkeit, Status oder Verdacht. Sie organisiert auch Macht. Uniformen markieren Autorität, politische Symbole beanspruchen Deutungshoheit, Business-Kleidung signalisiert Zuständigkeit und militärische Ästhetiken können Stärke oder Einschüchterung kommunizieren. Noch bevor gesprochen wird, entstehen Erwartungen darüber, wer handeln, kontrollieren oder Anweisungen geben darf. Während in den vorherigen Teilen der Serie Kleidung vor allem als
Kleider machen Leute: Mode, Verdacht und soziale Kontrolle
„Kleider machen Leute“ – kaum ein Sprichwort bringt die soziale Wirkung von Kleidung so prägnant auf den Punkt. Menschen werden nicht erst nach ihrem Verhalten beurteilt, sondern bereits nach ihrem äußeren Erscheinungsbild. Ein Business-Anzug erzeugt andere Erwartungen als eine Jogginghose, eine Warnweste andere als ein Hoodie. Kleidung verändert dabei nicht unmittelbar die Person, wohl aber
Kleidung als kultureller Marker: Zwischen Tradition, Globalisierung und kultureller Aneignung
Kleidung ist nie nur funktional. Sie markiert Herkunft, Zugehörigkeit und Differenz – und wird damit zu einem zentralen Medium kultureller Grenzziehung. Besonders im Kontext von Migration und Globalisierung gewinnt Mode eine ambivalente Bedeutung: Sie kann Identität bewahren, Zugehörigkeit signalisieren oder Integration ermöglichen, zugleich aber auch Stigmatisierung, Exklusion und Kontrolle verstärken. Dieser Beitrag fragt danach, wie
Zu jung, zu alt, zu auffällig? Alter als modischer Ordnungsfaktor
Warum wirkt ein Minirock bei einer 20-Jährigen modern, bei einer 70-Jährigen jedoch schnell als ‚nicht altersgerecht‘ oder gar als peinlich? Weshalb gelten Tattoos bei Jugendlichen heute weitgehend als normal, bei älteren Menschen dagegen häufig als irritierend? Und warum wird sichtbare Sexualität im Alter deutlich strenger bewertet als vergleichbare Grenzspiele der Jugend? Kleidung fungiert nicht nur
Wie aus KrimTheo SozTheo wurde – 15 Jahre digitales Lernen
Am 27. Mai 2011 ging KrimTheo online – das unmittelbare Vorgängerprojekt von SozTheo. Damals konnte ich nicht ahnen, dass aus einem kleinen E-Learning-Projekt einmal ein frei zugängliches Wissenschaftsportal mit mehreren hundert Beiträgen, einem Glossar, einem Personenregister, einem Film- und Serienkanon sowie einer englischsprachigen Schwesterseite entstehen würde. Fünfzehn Jahre später ist das für mich ein schöner
