Der Poststrukturalismus ist ein gesellschaftstheoretisches Paradigma, das soziale Wirklichkeit als historisch kontingentes Geflecht von Macht- und Wissensordnungen versteht. Gesellschaft entsteht nicht durch stabile Strukturen oder universelle Wahrheiten, sondern durch diskursive Praktiken, die festlegen, was als wahr, normal und legitim gilt. Im Zentrum steht die Leitfrage: Wie werden Wahrheit, Identität und
Diskurs
Roland Barthes – Mythologies (1957)
Mit den Mythologies liefert Roland Barthes eines der einflussreichsten Werkzeuge zur Analyse moderner Alltagskultur. Barthes zeigt, wie scheinbar harmlose Dinge – Werbung, Fotos, Sport, Essen, Stars, politische Symbole – als Zeichen funktionieren und dabei gesellschaftliche Ordnung stabilisieren. Seine zentrale Pointe lautet: Ideologie wirkt oft nicht, indem sie offen behauptet, sondern
