Mit Street Corner Society veröffentlichte William Foote Whyte 1943 eine der einflussreichsten ethnographischen Studien der Soziologie. Das Werk basiert auf mehrjähriger Feldforschung in einem italienisch-amerikanischen Arbeiterviertel Bostons, das Whyte unter dem Pseudonym „Cornerville“ beschreibt. Anstatt Armut, Jugendgruppen und Devianz aus der Distanz zu analysieren, lebte Whyte über Jahre im Untersuchungsgebiet
Stadtsoziologie
Collective Efficacy Theory (Sampson)
Collective Efficacy (dt.: kollektive Handlungsfähigkeit) bezeichnet die Fähigkeit einer Nachbarschaft, gemeinsame Normen durchzusetzen und informelle soziale Kontrolle auszuüben. Die Theorie wurde von Robert J. Sampson, Stephen W. Raudenbush und Felton Earls entwickelt und gilt heute als eine der wichtigsten Weiterentwicklungen der klassischen Theorie der Sozialen Desorganisation. Merkzettel Collective Efficacy Theory
Gentrifizierung
Gentrifizierung bezeichnet den Prozess der sozialen und baulichen Aufwertung eines Stadtviertels, der häufig mit steigenden Mieten und der Verdrängung einkommensschwächerer Bewohner einhergeht. Während Segregation primär durch sozialräumliche Abgrenzung und bestehende Ungleichheit entsteht, beschreibt Gentrifizierung einen Prozess der aktiven sozialen Umstrukturierung von Quartieren – häufig ausgelöst durch Marktmechanismen, Stadtplanung oder gezielte
Setha Low – Behind the Gates: Life, Security, and the Pursuit of Happiness in Fortress America (2003)
Behind the Gates ist ein ethnografisches Schlüsselwerk der kritischen Sicherheits- und Stadtforschung. Die US-amerikanische Anthropologin Setha M. Low untersucht darin die sozialen, politischen und kulturellen Dynamiken sogenannter Gated Communities – abgeschlossener Wohnanlagen mit Zugangsbeschränkung. Auf Basis zahlreicher Feldstudien im Großraum New York analysiert Low, wie Angst vor Kriminalität, soziale Abgrenzung
Stephen Graham – Cities Under Siege: The New Military Urbanism (2010)
Stephen Graham legt mit „Cities Under Siege: The New Military Urbanism“ (2010) ein ebenso verstörendes wie einflussreiches Werk vor, das die schleichende Militarisierung urbaner Räume analysiert. Vor dem Hintergrund des „War on Terror“ und einer globalisierten Sicherheitsarchitektur zeigt Graham, wie sich militärische Logiken, Technologien und Kontrollpraktiken zunehmend in das Alltagsleben
Keith J. Hayward – City Limits: Crime, Consumer Culture and the Urban Experience (2004)
Mit City Limits veröffentlichte der britische Kulturkriminologe Keith J. Hayward im Jahr 2004 ein innovatives Werk zur Schnittstelle von Kriminalität, Konsumkultur und urbanem Raum. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen der Cultural Criminology analysiert Hayward, wie sich in der spätmodernen Stadt neoliberale Ordnungsvorstellungen, mediale Bildwelten und Formen devianter Aneignung überlagern. Er

