Film- / Serienprofil
- Originaltitel:
- Home Alone
- Deutscher Titel:
- Kevin – Allein zu Haus
- Erscheinungsjahr:
- 1990
- Land:
- USA
- Regie / Creator / Showrunner:
- Chris Columbus
- Medium:
- Spielfilm
- Laufzeit / Umfang:
- 103 Minuten
Externe Informationen
Kriminologische Relevanz
Kevin – Allein zu Haus lässt sich überraschend präzise mit dem Routine Activity Approach von Lawrence E. Cohen und Marcus Felson analysieren. Die Einbrecher suchen gezielt Häuser auf, deren Bewohner über die Weihnachtsfeiertage verreist sind. Damit treffen ein motivierter Täter, ein geeignetes Tatobjekt und die vermeintliche Abwesenheit wirksamer Bewachung zusammen – genau jene drei Bedingungen, deren Konvergenz nach dem Routine Activity Approach eine Tatgelegenheit entstehen lässt.
Der Film spielt zugleich anschaulich mit dieser Konstellation: Das Haus erscheint den Einbrechern zunächst als attraktives und unbewachtes Ziel. Kevin übernimmt jedoch zunehmend die Funktion eines capable guardian. Zunächst simuliert er durch Licht, Musik und bewegte Figuren die Anwesenheit weiterer Bewohner; später erschwert er den Zugang durch zahlreiche Sicherungsmaßnahmen und Fallen. Dadurch verändert sich die Tatgelegenheit, obwohl das Tatobjekt und die Motivation der Täter weitgehend gleich bleiben.
Gerade diese Verschiebung macht den Film didaktisch interessant: Kriminalität wird hier nicht primär über Eigenschaften oder Motive der Täter erklärt, sondern über die situativen Bedingungen, unter denen eine Straftat möglich oder schwierig wird. Zugleich zeigt die Auswahl leerstehender Häuser, wie alltägliche Routinen – hier insbesondere die Weihnachtsreise zahlreicher Familien – systematisch neue Tatgelegenheiten erzeugen können.
Bildnachweise: Hero: anarchosyn, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons
Im Wissensnetz
- illustriert: Routine Activity Approach TheorieKevin – Allein zu Haus (1990) illustriert den Routine Activity Approach nahezu lehrbuchhaft: Die Weihnachtsreise der Familie lässt das Wohnhaus als geeignetes und vermeintlich unbewachtes Tatobjekt zurück, auf das zwei motivierte Einbrecher aufmerksam werden. Die Tatgelegenheit verändert sich jedoch grundlegend, als Kevin die Funktion eines „capable guardian“ übernimmt, zunächst Anwesenheit simuliert und das Haus schließlich aktiv gegen die Einbrecher sichert. Der Film zeigt damit besonders anschaulich, wie alltägliche Routinen das Zusammentreffen von Täter, Tatobjekt und fehlender Bewachung beeinflussen und dadurch Tatgelegenheiten entstehen oder verschwinden können.

