Kurzdefinition
#MeToo bezeichnet eine transnationale soziale Bewegung, die sexuelle Grenzverletzungen, Machtmissbrauch und strukturelle Ungleichheiten öffentlich sichtbar macht.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff #MeToo wurde 2006 von der Aktivistin Tarana Burke geprägt und erlangte 2017 weltweite Aufmerksamkeit im Zuge von Vorwürfen gegen prominente Männer aus Politik, Kultur und Wirtschaft. #MeToo steht weniger für eine einheitliche Ideologie als für eine Verschiebung öffentlicher Deutungsmuster: Erfahrungen sexueller Belästigung und Gewalt werden nicht mehr primär individualisiert, sondern als Ausdruck struktureller Machtverhältnisse interpretiert. Zentral ist dabei die Thematisierung asymmetrischer Abhängigkeitsverhältnisse, eingeschränkter Exit-Optionen und informeller Sanktionen, die Zustimmung entwerten können.
Theoriebezug
#MeToo lässt sich im Anschluss an Macht- und Ungleichheitstheorien (z. B. Foucault, Bourdieu) sowie an feministische Staatstheorie (z. B. MacKinnon) als Prozess kollektiver Problematisierung sexueller Ordnung verstehen.
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