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Anzeigeverhalten

Kurzdefinition

Das Anzeigeverhalten beschreibt die Bereitschaft von Opfern oder Zeugen, eine Straftat der Polizei zu melden.

Ausführliche Erklärung

Das Anzeigeverhalten beeinflusst maßgeblich die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), da nur gemeldete Straftaten in das Hellfeld der Kriminalität eingehen. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Anzeigebereitschaft:

  • Schwere des Delikts: Gewaltverbrechen werden eher angezeigt als Bagatelldelikte.
  • Versicherungsansprüche: Bei Eigentumsdelikten (z. B. Autodiebstahl) ist eine Anzeige oft Voraussetzung für Versicherungsleistungen.
  • Vertrauen in die Polizei: Ein hohes Vertrauen in die Ermittlungsarbeit erhöht die Anzeigebereitschaft.
  • Stigmatisierungsfurcht: Opfer von Sexualstraftaten oder häuslicher Gewalt zeigen Taten häufig nicht an, aus Angst vor sozialer Ausgrenzung.

Die Dunkelfeldforschung untersucht systematisch Delikte, die unentdeckt bleiben, um das Anzeigeverhalten besser zu verstehen.

Theoriebezug

  • Dunkelfeldforschung
  • Viktimologie
  • Soziale Kontrolle

Verwandte Begriffe

Dunkelfeld Hellfeld Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Stigmatisierung Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Weiterführende Beiträge

Viele identische Figuren als Symbol für statistische Erfassung von Kriminalität und große Fallzahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik

Statistische Erfassung von Kriminalität

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist die wichtigste Kriminalstatistik in Deutschland und eine zentrale Datenquelle der Kriminologie. Wer verstehen will, was Kriminologie untersucht, muss auch wissen, wie Kriminalität statistisch erfasst wird. In Deutschland kommt dabei der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) eine zentrale…

Verwandte Filme und Serien

Die folgenden Filme, Serien und Dokumentationen greifen zentrale Aspekte dieses Begriffs auf und veranschaulichen sie anhand konkreter Beispiele. Sie eignen sich als anschauliche Ergänzung zu den wissenschaftlichen Erläuterungen.
Leerer Vernehmungsraum mit gegenüberstehenden Stühlen als Symbol für Zeugenaussagen, Viktimisierung und Ermittlungsarbeit in der Serie Unbelievable.

Unbelievable (2019)

Serie

Eine junge Frau zeigt eine Vergewaltigung an, widerruft ihre Aussage jedoch unter dem Druck ihres Umfelds und der Ermittlungsbehörden. Jahre später erkennen zwei Ermittlerinnen in einem anderen Bundesstaat Zusammenhänge zu einer Serie ähnlicher Taten. Die auf einem realen Fall basierende Miniserie thematisiert die Folgen sekundärer Viktimisierung, institutionelle Fehler und die Schwierigkeiten bei der Aufklärung von Sexualdelikten.



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Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

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