Kurzdefinition
Autoritarismus bezeichnet eine politische und gesellschaftliche Haltung, die sich durch Unterordnung unter starke Autoritäten, Konformitätsdruck und die Abwertung „abweichender“ Gruppen auszeichnet.
Ausführliche Erklärung
Autoritäre Einstellungen verbinden ein starkes Bedürfnis nach Ordnung und Sicherheit mit dem Wunsch nach klaren Hierarchien. „Starke Führung“, harte Strafen und der Schutz einer vermeintlich homogenen „Volksgemeinschaft“ gelten als besonders wichtig. Autoritarismus ist oft mit Vorurteilen, Rassismus, Sexismus oder Homophobie verknüpft und äußert sich in der Befürwortung repressiver Sicherheits- und Kriminalpolitik. In der Kriminologie ist Autoritarismus relevant, um Straflust, punitiv aufgeladene Debatten und Zustimmung zu Maßnahmen wie Mass Incarceration, „Three Strikes“-Gesetzen oder drakonischen Drogengesetzen zu erklären.
Theoriebezug
Klassisch bei Adorno et al. (Studien zum autoritären Charakter), weiterentwickelt in aktuellen Forschung zu Rechtspopulismus, Law-and-Order-Diskursen und punitiver Wende.