Kurzdefinition
Bezeichnet eine soziale Gruppe mit begrenzter Mitgliederzahl, deren Angehörige unmittelbar miteinander interagieren und persönliche Beziehungen zueinander entwickeln können.
Ausführliche Erklärung
Als Kleingruppe wird eine soziale Gruppe mit einer begrenzten Zahl von Mitgliedern bezeichnet, zwischen denen unmittelbare soziale Beziehungen und regelmäßige Interaktionen möglich sind. Typische Beispiele sind Familien, Freundeskreise, Schulklassen, kleinere Arbeitsgruppen oder Mannschaften.
Entscheidend ist dabei nicht eine exakt festgelegte Mitgliederzahl. Von einer Kleingruppe wird vielmehr gesprochen, wenn die Gruppe noch überschaubar genug ist, dass ihre Mitglieder miteinander kommunizieren, sich gegenseitig wahrnehmen und relativ stabile Beziehungen entwickeln können.
Durch die unmittelbare Interaktion können innerhalb von Kleingruppen gemeinsame Normen, Rollen und Erwartungen entstehen. Die Mitglieder entwickeln häufig Kenntnisse über das Verhalten der anderen und können auf Regelverletzungen unmittelbar reagieren. Kleingruppen sind deshalb wichtige Orte sozialer Integration und informeller sozialer Kontrolle.
Die Unterscheidung zwischen Klein- und Großgruppe bezieht sich vor allem auf Größe und Interaktionsmöglichkeiten und ist nicht mit der Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärgruppen gleichzusetzen. Eine Kleingruppe kann durch enge persönliche Beziehungen geprägt sein, sie kann aber ebenso zweckorientiert organisiert sein, wie beispielsweise eine kleinere Arbeitsgruppe.
Theoriebezug
Kleingruppen sind ein klassischer Gegenstand der Gruppensoziologie und der sozialpsychologischen Gruppenforschung. Von besonderem Interesse ist dabei, wie aus der unmittelbaren Interaktion zwischen einer überschaubaren Zahl von Personen gemeinsame Normen, Rollen, Statusordnungen und Formen des Zusammenhalts entstehen.
Die Analyse von Kleingruppen verdeutlicht zugleich die Bedeutung sozialer Beziehungen für individuelles Verhalten. Gruppenmitglieder orientieren ihr Handeln an den Erwartungen anderer, übernehmen unterschiedliche Rollen und reagieren auf Zustimmung oder Ablehnung. Dadurch können Kleingruppen erheblichen Einfluss auf Einstellungen und Verhalten ihrer Mitglieder ausüben.
Die Kategorie Kleingruppe ist von der Unterscheidung zwischen Primärgruppe und Sekundärgruppe zu trennen. Während Klein- und Großgruppe vor allem Umfang und Interaktionsmöglichkeiten beschreiben, beziehen sich Primär- und Sekundärgruppe stärker auf die Qualität und Funktion der Beziehungen zwischen den Mitgliedern.
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Der Begriff im Film
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