Auguste Comte
Personenprofil
- Name: Auguste Comte
- Geburtsjahr: 1798
- Sterbejahr: 1857
- Land: Frankreich
- Disziplin(en): Philosophie, Soziologie
- Themen: Moderne, Soziale Ordnung, Normen, Werte, Sozialstruktur, Makrosoziologie, Soziales Handeln, Kausalität, Empirische Sozialforschung, Empirie
Weitere Informationen
Auguste Comte gilt als Begründer der Soziologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin. Er prägte den Begriff „Sociologie“ und entwickelte ein umfassendes Projekt der „positiven Wissenschaften“, in dem soziale Phänomene nach den Methoden der Naturwissenschaften untersucht werden sollten. Comte wirkte als Philosoph, Lehrer und Wissenschaftsorganisator in Paris. Seine Arbeiten verbinden historische Gesellschaftsdiagnosen mit dem Entwurf einer wissenschaftlich fundierten Gesellschaftsordnung. Viele seiner Begriffe und Klassifikationen prägen die frühe Soziologie bis heute.
Comtes zentrale Idee ist die positivistische Gesellschaftsphilosophie, die davon ausgeht, dass gesellschaftliche Entwicklungen wissenschaftlich erklärbar sind und in gesetzmäßigen Stadien verlaufen. Mit dem „Drei-Stadien-Gesetz“ argumentierte er, dass Gesellschaften von theologischen über metaphysische hin zu positiven, wissenschaftlichen Stadien fortschreiten. Comte forderte eine empirische Soziologie, die soziale Tatsachen systematisch beobachtet und ordnet. Seine Vision einer „Wissenschaft der Gesellschaft“ beeinflusste Durkheim, Spencer und zahlreiche spätere soziologische Schulen. Seine normative Idee einer moralisch integrierten Gesellschaft durch Wissenschaft und Ordnung bleibt eine wichtige Referenz in der Theoriegeschichte.
Schlüsselwerke
- Cours de philosophie positive (1830–1842)
- Système de politique positive (1851–1854)
- Discours sur l’esprit positif (1844)
- Catéchisme positiviste (1852)