Carol Smart


Personenprofil

Weitere Informationen

Carol Smart ist eine britische Soziologin und zählt zu den zentralen Figuren der feministischen Rechts-, Familien- und Kriminalsoziologie. Sie lehrte unter anderem an der University of Manchester und der University of Leeds. Ihre Arbeiten haben maßgeblich dazu beigetragen, Recht, Kriminalität und soziale Kontrolle aus einer konsequent geschlechterkritischen Perspektive zu analysieren.

Internationale Bekanntheit erlangte Smart mit ihrer grundlegenden Kritik an der Annahme, dass das Recht ein neutrales Instrument sozialer Gleichstellung sei. Stattdessen zeigt sie, dass rechtliche Kategorien, Verfahren und Diskurse selbst geschlechtlich strukturiert sind und patriarchale Machtverhältnisse reproduzieren. Besonders prägend ist ihr Konzept der „Legal Discourses“, mit dem sie verdeutlicht, wie Recht Wirklichkeit nicht nur reguliert, sondern aktiv hervorbringt.

In der Kriminologie wandte sich Smart früh gegen eine bloße Ergänzung bestehender Theorien um „Frauen als Sonderfall“. Sie argumentierte, dass klassische Kriminalitätstheorien selbst auf männlich dominierten Erfahrungswelten beruhen und daher strukturell blind für weibliche Lebenslagen, Gewaltverhältnisse und familiale Machtasymmetrien sind. Spätere Arbeiten widmen sich verstärkt Familie, Intimität, Mutterschaft und der Rolle des Rechts bei der Regulierung privater Beziehungen. Carol Smart gilt damit als Schlüsselfigur der feministischen Kriminologie und Rechtssoziologie.

Schlüsselwerke

  • Women, Crime and Criminology: A Feminist Critique (1976)
  • Feminism and the Power of Law (1989)
  • The Ties That Bind: Law, Marriage and the Reproduction of Patriarchal Relations (1984)
  • Personal Life: New Directions in Sociological Thinking (2007, mit anderen)

Verknüpfte Beiträge