Claude Lévi-Strauss

Claude Levi-Strauss
Claude Lévi-Strauss
UNESCO/Michel Ravassard, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

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Claude Lévi-Strauss war ein französischer Ethnologe und Anthropologe und gilt als Begründer des Strukturalismus in den Sozialwissenschaften. Seine Arbeiten prägten nicht nur die Ethnologie, sondern wirkten weit in Soziologie, Sprachwissenschaft, Kulturtheorie und Philosophie hinein. Ausgangspunkt seines Denkens war die Annahme, dass kulturelle Phänomene – Mythen, Verwandtschaftssysteme, Rituale oder Essensordnungen – auf tief liegenden, meist unbewussten strukturellen Ordnungen beruhen.

Lévi-Strauss übertrug zentrale Einsichten der strukturalen Linguistik (insbesondere von Ferdinand de Saussure) auf die Analyse sozialer und kultureller Systeme. Dabei verstand er Kultur nicht als bloße Summe historischer Ereignisse oder individueller Handlungen, sondern als System von Differenzen, Oppositionen und Regeln. Besonders einflussreich waren seine Studien zu Verwandtschaftssystemen und Mythen, in denen er zeigte, dass selbst scheinbar disparate kulturelle Formen vergleichbaren Strukturprinzipien folgen.

Wissenschaftlich bedeutend ist Lévi-Strauss vor allem durch seine konsequente Abkehr von evolutionistischen, ethnnozentrischen und psychologisierenden Erklärungen kultureller Unterschiede. Stattdessen entwickelte er eine formal-analytische Perspektive auf Kultur, die Ordnung, Klassifikation und Symbolik in den Mittelpunkt rückt. Seine Arbeiten beeinflussten u. a. Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Roland Barthes und Jacques Lacan – auch wenn sich viele dieser Ansätze später kritisch vom klassischen Strukturalismus distanzierten.

Schlüsselwerke

  • Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft (1949)
  • Traurige Tropen (1955)
  • Das wilde Denken (1962)
  • Mythologica (1964–1971)
  • Strukturelle Anthropologie (1958)