Paul-Michel Foucault

Michel Foucault, 1974
Paul-Michel Foucault, 1974
Brazilian National Archives, Public domain, via Wikimedia Commons

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Michel Foucault war einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Geboren in Poitiers und ausgebildet an der École normale supérieure, lehrte er u. a. in Clermont-Ferrand, an der Universität Tunis, am Collège de France und in den USA. Foucaults Werk überschreitet traditionelle Disziplingrenzen und verbindet Philosophie, historische Analyse, Epistemologie, Machtkritik und Gesellschaftstheorie. Er untersuchte die historischen Bedingungen des Wissens, die Formierung von Subjektivität und die Funktionsweisen moderner Machtregime. Seine Arbeiten beeinflussten Soziologie, Kriminologie, Kulturwissenschaften, Politikwissenschaft und Gender Studies gleichermaßen.

Foucault zeigte, dass Macht nicht primär repressiv, sondern produktiv ist: Sie erzeugt Wissen, Subjekte, Normen und soziale Ordnungen. Zu seinen zentralen Konzepten gehören Disziplinarmacht, Biopolitik, Gouvernementalität, Diskurs, Subjektivierung und Normalisierung.

In Surveiller et punir (1975) analysierte er den Übergang von körperlicher Bestrafung hin zu disziplinierenden Institutionen wie Gefängnissen, Schulen oder psychiatrischen Kliniken. Macht wirkt hierbei durch Überwachung, Klassifikation und den „Blick“, der Verhalten formt.

Seine späteren Vorlesungen am Collège de France entwickelten eine Theorie moderner Regierungskünste (governmentality), die zeigt, wie Staaten, Institutionen und Individuen sich selbst und andere lenken. Foucaults Einfluss ist in der Kriminologie enorm: von kritischer Gefängnisforschung über Polizeisoziologie bis zu Analysen von Risiko, Sicherheit und neoliberaler Governance.

Schlüsselwerke

  • Histoire de la folie à l’âge classique (1961)
  • Naissance de la clinique (1963)
  • Les mots et les choses (1966)
  • L’archéologie du savoir (1969)
  • Surveiller et punir (1975)
  • Histoire de la sexualité (Bd. 1–3, 1976–1984)
  • Collège-de-France-Vorlesungen zu Sicherheit, Territorium, Bevölkerung (1977/78) und Gouvernementalität (1978/79)