Dieter Hermann
Personenprofil
- Name: Dieter Hermann
- Geburtsjahr: 1951
- Land: Deutschland
- Disziplin(en): Kriminologie, Rational Choice, Rechtssoziologie, Soziologie
- Themen: Kriminalitätstheorien, Rational-Choice-Theorie, Soziale Kontrolle, Normen, Prävention, Kriminalprävention
Weitere Informationen
Dieter Hermann ist ein deutscher Kriminologe und Soziologe, der vor allem durch seine Arbeiten zur Kriminalitätstheorie, empirischen Kriminologie und Kriminalprognose bekannt ist. Er war viele Jahre wissenschaftlich am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (heute Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht) tätig und lehrte u. a. an der Universität Heidelberg.
Seine besondere wissenschaftliche Bedeutung liegt in der Entwicklung und Ausarbeitung der voluntaristischen Kriminalitätstheorie. Diese Theorie setzt einen bewussten Gegenakzent zu deterministischen Erklärungsansätzen (biologisch, sozialstrukturell oder sozialisationstheoretisch), indem sie die Entscheidungsfreiheit und Handlungsverantwortung des Individuums in den Mittelpunkt rückt. Kriminalität wird bei Hermann nicht primär als zwangsläufiges Resultat sozialer Bedingungen verstanden, sondern als intentionales, subjektiv begründetes Handeln, das auf individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen, Einstellungen und Normorientierungen basiert.
Dabei verfällt Hermann jedoch nicht einem naiven Rationalismus. Vielmehr verbindet er voluntaristische Annahmen mit empirischer Forschung zu Wahrnehmungen von Normen, Sanktionswahrscheinlichkeiten und moralischen Bindungen. Seine Arbeiten leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Integration von Rational-Choice-Elementen, normtheoretischen Überlegungen und empirischer Kriminalforschung. Besonders für kriminalpolitische Debatten über Prävention, Abschreckung und individuelle Verantwortlichkeit bietet sein Ansatz eine theoretisch klar konturierte Grundlage.
Schlüsselwerke
- Kriminalität, Einstellung und Verhalten (1999)
- Kriminalität und Kontrolle (2003)
- Voluntaristische Kriminalitätstheorie (2005)