Edmund Kemper

Personenprofil
- Name
- Edmund Emil Kemper
- Geboren
- 18.12.1948
- Land
- USA
Edmund Kemper (* 18. Dezember 1948 in Burbank, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1964 und 1973 insgesamt zehn Menschen tötete. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Beteiligung an Interviews des FBI zur Erforschung von Serienmördern und durch seine Darstellung in der Netflix-Serie Mindhunter (2017–2019).
Biografie und Verbrechen
Im Alter von 15 Jahren ermordete Kemper 1964 seine Großeltern väterlicherseits. Nach seiner Festnahme wurde er in die psychiatrische Einrichtung Atascadero State Hospital eingewiesen und 1969 entlassen.
Zwischen 1972 und 1973 ermordete Kemper sechs junge Frauen, überwiegend Studentinnen, die er als Anhalterinnen mitgenommen hatte. Im April 1973 tötete er außerdem seine Mutter und eine Freundin seiner Mutter. Anschließend stellte er sich der Polizei. Kemper wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Seine Verbrechen waren durch extreme Gewalt und teilweise durch sexuelle Handlungen an den Leichen gekennzeichnet. In Medienberichten wurde Kemper aufgrund seiner Körpergröße von über zwei Metern und seiner Herkunft aus der kalifornischen Universitätsstadt Santa Cruz als „Co-ed Killer“ bekannt.
Kriminologische Bedeutung
Der Fall Kemper ist insbesondere für die Geschichte der kriminalistischen Täterprofilierung von Bedeutung. Während seiner Haft wurde er von den FBI-Agenten John E. Douglas und Robert Ressler interviewt. Die Gespräche gehörten zu einer Reihe von Täterinterviews, mit denen die Behavioral Science Unit des FBI Erkenntnisse über Tatmuster, Täterverhalten und mögliche Motive schwerer Gewaltverbrechen gewinnen wollte.
Diese Interviews trugen zur Entwicklung verhaltensanalytischer Ansätze bei der Untersuchung von Serienmorden bei. Allerdings ist zwischen der historischen Bedeutung solcher Fallstudien und ihrer wissenschaftlichen Aussagekraft zu unterscheiden: Erkenntnisse aus Interviews mit einer begrenzten und nicht repräsentativen Auswahl inhaftierter Täter lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Täter übertragen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Kemper durch die Serie Mindhunter, in der er als außergewöhnlich intelligenter, reflektierter und auskunftsfreudiger Gesprächspartner dargestellt wird. Diese Inszenierung verweist zugleich auf ein grundlegendes Problem der medialen Darstellung von Serienmördern: Die Faszination für die Persönlichkeit des Täters kann die Perspektive der Opfer und die gesellschaftlichen Bedingungen der Gewalt in den Hintergrund drängen.
Kriminologisch eignet sich der Fall daher sowohl zur Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen des Criminal Profiling als auch zur Untersuchung der medialen Konstruktion des Serienmörders.
Werk & Wirkung
Zentrale Begriffe
Filme & Serien
