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Habitus

Kurzdefinition

Der Habitus bezeichnet ein System von Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmustern, das Menschen im Laufe ihres Lebens – insbesondere durch ihre soziale Herkunft – verinnerlichen und das ihr Verhalten prägt.

Ausführliche Erklärung

Der Begriff Habitus wurde maßgeblich von Pierre Bourdieu geprägt und beschreibt die inkorporierten Dispositionen, durch die Menschen die Welt wahrnehmen, interpretieren und auf sie reagieren. Der Habitus entsteht durch Sozialisationsprozesse und spiegelt die soziale Lage wider, in der ein Individuum aufwächst. Er umfasst Geschmack, Sprache, Körperhaltung, Einstellungen und Handlungsstrategien – meist unbewusst. Der Habitus ist strukturierend (er prägt das Handeln) und strukturiert (er entsteht aus gesellschaftlichen Strukturen). Er ist ein zentrales Konzept zur Erklärung der Reproduktion sozialer Ungleichheit, da er oft zur Passung mit bestimmten sozialen Feldern führt oder diese erschwert.

Theoriebezug

Pierre Bourdieu – Theorie der Praxis; Theorie sozialer Ungleichheit

Verwandte Begriffe

  • Feld
  • Kapital
  • Soziale Ungleichheit
  • Sozialisation

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Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

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