Searching (2018)

Nachdem die 16-jährige Margot Kim spurlos verschwindet, beginnt ihr Vater David gemeinsam mit der Polizei nach ihr zu suchen. Über ihren Laptop, soziale Netzwerke, Messenger, E-Mails und digitale Spuren versucht er, die letzten Tage seiner Tochter zu rekonstruieren. Dabei stellt er zunehmend fest, dass Margots digitales Leben Seiten von ihr offenbart, von denen er nichts wusste.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Searching
  • Deutscher Titel: Searching
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Aneesh Chaganty
  • Medium: Spielfilm
  • Laufzeit / Umfang: 102 Minuten
  • Schwerpunkte: Überwachung und Kontrolle

Kriminologische Relevanz

Searching erzählt eine klassische Vermissten- und Ermittlungsgeschichte nahezu vollständig über Computerbildschirme, Smartphones, soziale Netzwerke, Messenger und andere digitale Kommunikationsmedien. Nachdem die 16-jährige Margot Kim verschwunden ist, versucht ihr Vater David gemeinsam mit einer Polizeibeamtin, ihre letzten Aktivitäten zu rekonstruieren. Dabei werden Suchverläufe, Nachrichten, Kontobewegungen, Fotos, Videos und Social-Media-Profile zu digitalen Spuren, aus denen sich Hinweise auf Margots Aufenthaltsort und ihr soziales Umfeld gewinnen lassen.

Kriminologisch interessant ist insbesondere die Bedeutung digitaler Spuren für Ermittlungsprozesse. Der Film zeigt, wie große Teile des Alltags mittlerweile dokumentiert und prinzipiell rekonstruierbar sind. Kommunikation, soziale Beziehungen und Bewegungen hinterlassen Daten, die im Rahmen einer Ermittlung miteinander verknüpft werden können. Die Grenze zwischen klassischer kriminalistischer Spurensuche und der Auswertung persönlicher digitaler Daten wird dadurch zunehmend durchlässig.

Zugleich problematisiert Searching die Annahme, digitale Profile würden einen unmittelbaren Zugang zur Identität eines Menschen ermöglichen. David glaubt zunächst, seine Tochter zu kennen, muss jedoch erkennen, dass ihre Online-Kommunikation und ihre Selbstdarstellung nur Ausschnitte unterschiedlicher sozialer Rollen zeigen. Umgekehrt erzeugen soziale Medien nach Margots Verschwinden eine öffentliche Erzählung über sie, an der sich auch Menschen beteiligen, die kaum eine Beziehung zu ihr hatten. Der Film verbindet damit kriminalistische Ermittlungsarbeit mit Fragen nach Privatsphäre, digitaler Identität und medialer Konstruktion von Wirklichkeit.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser