The Great Hack
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: The Great Hack
- Deutscher Titel: Cambridge Analyticas großer Hack
- Erscheinungsjahr: 2019
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Karim Amer, Jehane Noujaim
- Medium: Dokumentation
- Laufzeit / Umfang: 113 Minuten
- Schwerpunkte: Überwachung und Kontrolle
Kriminologische Relevanz
The Great Hack zählt zu den wichtigsten Dokumentationen über die gesellschaftlichen Folgen digitaler Datensammlung und algorithmischer Entscheidungsprozesse. Am Beispiel des Cambridge-Analytica-Skandals zeigt der Film, wie persönliche Informationen millionenfach ausgewertet werden, um individuelles Verhalten vorherzusagen und politische Entscheidungen gezielt zu beeinflussen. Die Dokumentation macht deutlich, dass Daten längst zu einer zentralen Ressource moderner Gesellschaften geworden sind.
Aus kriminologischer Perspektive eröffnet The Great Hack vor allem Bezüge zu Überwachung, Kontrolle und Cyberkriminalität. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger klassische Straftaten als vielmehr die Frage, welche Risiken entstehen, wenn Unternehmen große Mengen personenbezogener Daten sammeln, auswerten und kommerziell oder politisch nutzen. Der Film verdeutlicht, wie digitale Technologien neue Formen sozialer Kontrolle ermöglichen und bestehende Machtverhältnisse verändern können.
Darüber hinaus eignet sich die Dokumentation hervorragend zur Diskussion soziologischer Fragen nach Macht, Öffentlichkeit und Demokratie. Soziale Medien erscheinen nicht lediglich als neutrale Kommunikationsplattformen, sondern als Akteure, die Aufmerksamkeit steuern, Informationen filtern und gesellschaftliche Debatten beeinflussen. The Great Hack verweist damit auf den tiefgreifenden Wandel öffentlicher Kommunikation im digitalen Zeitalter und die wachsende Bedeutung datengetriebener Plattformen für politische Willensbildung.
Schließlich macht der Film deutlich, dass digitale Überwachung häufig nicht gegen den Willen der Betroffenen erfolgt, sondern auf freiwillig preisgegebenen Informationen basiert. The Great Hack zeigt damit eindrucksvoll, wie sich Kontrolle in modernen Gesellschaften zunehmend von sichtbaren Institutionen auf unsichtbare digitale Infrastrukturen verlagert und wie eng Freiheit, Privatheit und Macht miteinander verknüpft sind.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Instanzenforschung/ Kritische Kriminologie
Cultural Criminology
Routine Activity Approach
Schlüsselwerke
Virginia Eubanks – Automating Inequality (2018)
Bernard E. Harcourt – Against Prediction: Profiling, Policing, and Punishing in an Actuarial Age (2007)
Sarah Brayne – Predict and Surveil (2020)
Michel Foucault – Überwachen und Strafen (1975)