Kurzdefinition
Gewaltmonopol bezeichnet das exklusive Recht des modernen Staates, innerhalb eines Hoheitsgebiets physische Gewalt legitim anzuwenden oder zu legitimieren.
Ausführliche Erklärung
Nach Max Weber beruht der moderne Staat auf dem legitimen Monopol physischer Gewaltsamkeit. Polizei, Militär und Strafvollzug sind zentrale Träger dieses Gewaltmonopols, das durch Recht und demokratische Kontrolle begrenzt und legitimiert werden soll. Kriminologisch ist das Gewaltmonopol in doppelter Hinsicht relevant: Einerseits dient es dem Schutz vor Gewalt und Kriminalität, andererseits kann es selbst Quelle von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sein, etwa bei Polizeigewalt, Misshandlungen in Haft oder übermäßig repressiver Kriminalpolitik. Debatten um Militarisierung der Polizei, „war on drugs“ oder massenhafte Inhaftierung berühren immer auch die Frage nach der Legitimität des staatlichen Gewaltmonopols.
Theoriebezug
Zentral bei Max Weber, in der Staats- und Herrschaftssoziologie, in der Polizeiforschung und kritischen Kriminologie (z. B. Foucault, Wacquant, Dubber).
Verwandte Begriffe
Weiterführende Beiträge
Polizei und Gewalt
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Der Begriff im Film
The Walking Dead (2010–2022)
Spielfilmhe Walking Dead zeigt eine Welt, in der staatliche Institutionen und das staatliche Gewaltmonopol zusammengebrochen sind. Die unterschiedlichen Gemeinschaften müssen deshalb eigene Regeln, Herrschaftsordnungen und Formen legitimer Gewaltausübung entwickeln und veranschaulichen damit besonders deutlich die Bedeutung eines institutionalisierten Gewaltmonopols für soziale Ordnung.