Definition
Rollenübernahme bezeichnet die Fähigkeit, sich gedanklich in die Position anderer Menschen hineinzuversetzen und deren Erwartungen, Perspektiven und mögliche Reaktionen bei der eigenen Handlungsplanung zu berücksichtigen. Menschen können dadurch ihr eigenes Verhalten aus der Sicht anderer betrachten und einschätzen, wie es von ihnen wahrgenommen oder bewertet werden könnte. Rollenübernahme ist eine grundlegende Voraussetzung sozialer Interaktion. Wer mit anderen Menschen handelt, reagiert nicht lediglich auf deren unmittelbar beobachtbares Verhalten, sondern versucht auch zu verstehen, welche Absichten, Erwartungen und Vorstellungen hinter diesem Verhalten stehen. Dadurch wird es möglich, das eigene Handeln auf andere abzustimmen. Die Fähigkeit zur Rollenübernahme entwickelt sich im Verlauf der Sozialisation. Kinder lernen zunehmend, die Perspektiven anderer Personen zu berücksichtigen und zwischen der eigenen Sichtweise und den Erwartungen ihrer sozialen Umwelt zu unterscheiden. Dabei erweitert sich die Perspektive von konkreten Bezugspersonen auf allgemeinere gesellschaftliche Erwartungen. Rollenübernahme bedeutet nicht, dass eine Person die Erwartungen anderer tatsächlich akzeptiert oder ihnen folgt. Entscheidend ist zunächst die Fähigkeit, diese Erwartungen zu erkennen und bei der Interpretation einer sozialen Situation zu berücksichtigen. Menschen können eine fremde Perspektive verstehen und sich dennoch bewusst gegen die damit verbundenen Erwartungen entscheiden.Film- und Serienkanon
Film-/Serien-Beispiele
