Cesare Beccaria

Cesare Beccaria
Eliseo Sala, Public domain, via Wikimedia Commons

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Cesare Beccaria war ein italienischer Rechtsphilosoph und Aufklärer, der mit seinem Werk Dei delitti e delle pene (Von den Verbrechen und Strafen, 1764) zu einem der Begründer der modernen Kriminologie wurde. Seine Schrift war eine radikale Kritik an den damaligen Strafpraktiken, insbesondere an Folter, Todesstrafe und willkürlicher Justiz.

Beccaria forderte ein rationales, gesetzlich normiertes und verhältnismäßiges Strafrecht. Strafen sollten nicht grausam, sondern vor allem abschreckend sein – und dies umso besser, je schneller, sicherer und öffentlicher sie verhängt würden. Sein utilitaristischer Grundsatz lautete: Strafe dient nicht der Vergeltung, sondern der Prävention.

Er plädierte für die Legalität der Strafe („nulla poena sine lege“), die Trennung von Gesetzgebung und Rechtsprechung sowie für ein faires und öffentliches Strafverfahren. Seine Gedanken beeinflussten maßgeblich das moderne Strafrecht, insbesondere in Frankreich, den USA und später auch im deutschen Rechtsstaat. In der Kriminologie gilt Beccaria als wichtigster Vertreter der klassischen Schule.

Schlüsselwerke

  • Dei delitti e delle pene / Von den Verbrechen und Strafen (1764)