Harold Garfinkel

Portrait: Harold Garfinkel
Harold Garfinkel
Luka Rajšić, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Harold Garfinkel gilt als Begründer der Ethnomethodologie, einer mikrosoziologischen Forschungsrichtung, die sich mit den alltäglichen Methoden befasst, durch die soziale Ordnung praktisch hervorgebracht und aufrechterhalten wird. Ausgehend von Phänomenologie (Alfred Schütz) und Symbolischem Interaktionismus verschob Garfinkel den Fokus von abstrakten Norm- und Strukturannahmen hin zu den konkreten Praktiken sozialer Akteure. Berühmt wurden seine Breaching Experiments, mit denen er zeigte, wie fragil soziale Ordnung ist und wie stark sie auf implizitem, geteiltem Wissen beruht.

Für Soziologie und Kriminologie ist Garfinkel zentral, weil er Institutionen (Polizei, Justiz, Verwaltung) nicht als gegebene Strukturen, sondern als fortlaufende Interaktionsleistungen analysierbar macht – ein Ansatz, der u. a. die Studien von Cicourel, Goffman und die Instanzenforschung nachhaltig geprägt hat.

Schlüsselwerke

  • Studies in Ethnomethodology (1967)
  • Ethnomethodological Studies of Work (1986, Hg.)
  • Seeing Sociologically (2006)