Loïc Wacquant

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Loïc Wacquant ist ein französischer Soziologe und Kriminologe, der international für seine Arbeiten zur Strafstaatlichkeit, zur Neoliberalisierung sozialer Kontrolle und zur Transformation des Wohlfahrts- in einen Strafstaat bekannt ist. Er ist Professor an der University of California, Berkeley, sowie Forscher am Centre de sociologie européenne in Paris.

Theoretisch steht Wacquant in der Tradition von Pierre Bourdieu, dessen Konzepte (Habitus, Feld, Kapital) er systematisch auf Kriminalpolitik, Gefängnissysteme und urbane Marginalität überträgt. Empirisch arbeitet er ethnografisch, u. a. durch Feldforschung in US-amerikanischen Ghettos, Boxclubs und Gefängnissen.

Zentral für Wacquant ist die These, dass Masseninhaftierung und punitiver Staat keine Reaktion auf steigende Kriminalität darstellen, sondern Teil eines politischen Projekts zur Regulierung sozialer Unsicherheit im Neoliberalismus sind. Polizei, Strafrecht und Gefängnis fungieren dabei als Ersatzinstrumente sozialpolitischer Intervention. Wacquants Arbeiten sind für die kritische Kriminologie, Stadtsoziologie und Polizeiforschung gleichermaßen grundlegend.

Schlüsselwerke

  • Prisons of Poverty (1999)
  • Punishing the Poor: The Neoliberal Government of Social Insecurity (2009)
  • Urban Outcasts: A Comparative Sociology of Advanced Marginality (2008)
  • Body & Soul: Notebooks of an Apprentice Boxer (2004)
  • Deadly Symbiosis: When Ghetto and Prison Meet and Mesh (2001)