Kurzdefinition: Sinn bezeichnet die Bedeutung, die Menschen Handlungen, Ereignissen oder ihrem eigenen Leben zuschreiben. In der Soziologie gilt Sinn nicht als objektive Eigenschaft der Welt, sondern als sozial und kulturell vermittelte Deutung menschlicher Wirklichkeit. Wenn Menschen Handlungen nicht nachvollziehen können, fällt häufig ein bestimmtes Wort: sinnlos. Nach Gewalttaten ist von
Pierre Bourdieu
Theorie der Praxis
Pierre Bourdieus Theorie der Praxis (auch: Praxistheorie) ist ein gesellschaftstheoretisches Paradigma, das soziale Ordnung als Ergebnis alltäglicher Praktiken erklärt. Gesellschaft entsteht weder ausschließlich durch objektive Strukturen noch allein durch bewusstes Handeln, sondern durch ein Wechselspiel aus inkorporierten Dispositionen (Habitus), verfügbaren Ressourcen (Kapital) und den sozialen Arenen, in denen um Positionen
Sex, Zustimmung und soziale Ordnung: Eine soziologische Grenzbestimmung
Manche Fälle lassen kaum Zweifel zu. Wenn junge, mittellose Frauen von einem milliardenschweren Mann in dessen Privathaus eingeladen werden, um dort vermeintlich harmlose Massagen durchzuführen, und sich die Situation unerwartet sexualisiert, drängt sich der Verdacht des Machtmissbrauchs geradezu auf. Der Name Jeffrey Epstein steht heute paradigmatisch für solche Konstellationen: für
Soziologie des Essens: Zwischen Geschmack, Distinktion und sozialer Ordnung
Was wir essen, wann, wie und mit wem – das ist keine rein persönliche Entscheidung. Die Soziologie des Essens zeigt, dass Ernährung eine zutiefst soziale Praxis ist. Sie offenbart Zugehörigkeit, markiert Unterschiede, spiegelt Machtverhältnisse und wird zunehmend moralisch aufgeladen. Zwischen Alltagsroutinen und globalen Ernährungssystemen eröffnet sich ein komplexes Forschungsfeld, das
Schlüsselwerke der Soziologie – Die bedeutendsten Werke auf SozTheo
Soziologische Theorien sind das Fundament, auf dem das Verständnis gesellschaftlicher Prozesse, sozialer Ungleichheiten und kollektiver Dynamiken beruht. Um diesen essenziellen Grundpfeilern der Soziologie gerecht zu werden, ist auf SozTheo eine neue Sektion entstanden: die Schlüsselwerke der Soziologie. In dieser Rubrik finden sich die bedeutendsten Werke der Soziologie, die über Jahrzehnte
Loïc Wacquant – Bestrafen der Armen (2009)
Mit seinem Werk Bestrafen der Armen liefert der französisch-amerikanische Soziologe Loïc Wacquant eine scharfsinnige Analyse des Zusammenhangs von Armut, Strafjustiz und neoliberalem Staat. Die zentrale These: In Zeiten neoliberaler Umverteilung und sozialer Unsicherheit tritt der Strafapparat an die Stelle des Wohlfahrtsstaates – nicht um soziale Probleme zu lösen, sondern um

