Bonnie and Clyde (1967)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Bonnie and Clyde
- Deutscher Titel: Bonnie und Clyde
- Erscheinungsjahr: 1967
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Arthur Penn
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 107 Minuten
- Schwerpunkte: Kriminalitätstheorien im Film
Kriminologische Relevanz
Bonnie and Clyde zeigt, wie Kriminalität durch Medienberichterstattung und öffentliche Wahrnehmung romantisiert und zu einem gesellschaftlichen Mythos werden kann. Obwohl die Protagonisten zahlreiche Gewalttaten begehen, erscheinen sie über weite Strecken als charismatische Außenseiter, deren Rebellion gegen Banken, Polizei und staatliche Autoritäten Sympathie hervorruft. Der Film macht damit deutlich, dass die gesellschaftliche Bewertung von Kriminalität nicht allein von den Taten selbst, sondern auch von ihrer medialen Darstellung und ihrem historischen Kontext beeinflusst wird.
Zugleich thematisiert der Film die Wechselwirkungen zwischen sozialer Ausgrenzung, wirtschaftlicher Not und kriminellen Lebenswegen. Die Weltwirtschaftskrise bildet den Hintergrund einer Gesellschaft, in der Aufstiegschancen begrenzt erscheinen und Bonnie und Clyde ihren Platz außerhalb der legalen Ordnung suchen. Dabei verzichtet der Film auf eine eindeutige moralische Bewertung und zeigt, wie eng Faszination, Gewalt und öffentliche Aufmerksamkeit miteinander verknüpft sein können.
Bonnie and Clyde eignet sich daher besonders zur Analyse von Medien und Kriminalität, Mythenbildung, Gewaltdarstellungen, kriminellen Karrieren und der gesellschaftlichen Konstruktion des Gangsters als kultureller Figur.