Do the Right Thing (1989)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Do the Right Thing
- Deutscher Titel: Do the Right Thing
- Erscheinungsjahr: 1989
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Spike Lee
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 120 Minuten
- Schwerpunkte: Jugend, Devianz und Subkultur, Polizei und Ermittlungen
Kriminologische Relevanz
Spike Lees Do the Right Thing zeigt Kriminalität und Gewalt nicht als isoliertes Fehlverhalten einzelner Personen, sondern als Ergebnis einer sozialen Situation, in der sich über lange Zeit bestehende Konflikte zunehmend verdichten. An einem außergewöhnlich heißen Sommertag treffen in einem überwiegend afroamerikanischen Viertel Brooklyns unterschiedliche Bewohner, Generationen und ethnische Gruppen aufeinander. Alltägliche Ressentiments, Erfahrungen von Ausgrenzung und Fragen danach, wem der öffentliche Raum gehört und wer dort Anerkennung beanspruchen kann, bilden den Hintergrund einer allmählichen Eskalation.
Kriminologisch besonders interessant ist die Verbindung von sozialem Raum, ethnischen Konflikten und situativer Gewalt. Der Film zeigt keine einfache Trennung zwischen Tätern und Opfern. Konflikte entstehen vielmehr in Interaktionen und werden durch Gruppenzugehörigkeiten, gegenseitige Zuschreibungen und symbolische Provokationen verstärkt. Gerade darin liegt eine Stärke des Films: Gewalt erscheint nicht plötzlich und voraussetzungslos, sondern entwickelt sich aus einer Vielzahl zunächst alltäglicher Situationen.
Eine besondere Bedeutung erhält schließlich das Eingreifen der Polizei. Bei der gewaltsamen Festnahme von Radio Raheem wird dieser von einem Polizeibeamten mit einem Schlagstock gewürgt und stirbt. Die Situation verändert damit ihren Charakter grundlegend: Aus einem lokalen Konflikt wird eine Auseinandersetzung über Polizeigewalt, institutionelle Macht und rassistische Ungleichheit. Die anschließende Zerstörung von Sals Pizzeria lässt sich deshalb nicht losgelöst von dem unmittelbar vorausgehenden Tod betrachten.
Do the Right Thing verweigert dabei eine eindeutige moralische Auflösung. Gerade die Frage, was in einer Situation struktureller Ungleichheit und eskalierender Gewalt eigentlich „das Richtige“ wäre, bleibt offen. Für die Kriminologie macht dies den Film besonders ergiebig: Er verbindet individuelle Handlungen mit sozialräumlichen Bedingungen, kulturellen Konflikten und institutioneller Gewalt und zwingt damit zu einer Betrachtung von Gewalt, die über die Suche nach individuellen Schuldigen hinausgeht.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Cultural Criminology
Kulturkonflikttheorie (Sellin)
Schlüsselwerke